SIHK-PRESSEMEDUNG

Vereinfachte Anträge zur Aufbauhilfe

Für viele Unternehmen in den Flutgebieten ist der Wiederaufbau in vollem Gange. Die Unternehmen und Selbstständige in Hagen, dem Märkischen Kreis und dem südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis können rein digital nach einer Beratung durch die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) und auf Basis eines Sachverständigengutachtens Anträge auf Aufbauhilfe stellen. Jetzt hat das NRW-Wirtschaftsministerium einige Maßnahmen entwickelt, um das Antragsverfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen. Neben einer Ausweitung des Gutachterkreises auf Architekten und Ingenieure sind nun sogenannte Teilanträge möglich. 
Das aktualisierte Maßnahmenpaket im Überblick:
  • Erweiterter Gutachterkreis: Künftig können auch Architekten und Ingenieure der Architekten- und Ingenieurkammer-Bau tätig werden. Bisher war dies nur öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen möglich. Darüber hinaus können Gutachter auch über ihr Bestellungsgebiet hinaus tätig werden. Kosten für die Gutachten werden in Nordrhein-Westfalen grundsätzlich zu 100 Prozent übernommen.
  • Ermessensspielraum: Um eine schnelle Begutachtung zu ermöglichen, haben Sachverständige einen erweiterten Ermessensspielraum und können z.B. auch digitale Tools bei der Schadensaufnahme nutzen.
  • Steuerberater: Bei nicht mehr vorhandener Betriebs- und Geschäftsausstattung können Steuerberater bei der Schadensermittlung eingebunden werden.
  • Antragssplitting: Um die Auszahlung zu beschleunigen, können Unternehmen Teilanträge für Schäden stellen, für die bereits Sachverständigengutachten vorliegen. Das gilt auch für Einkommensausfälle, die von Steuerberatern begutachtet werden.
  • Handwerker aus anderen Regionen: Mit Hilfe der Handwerkskammern sollen auch Fachkräfte aus anderen Regionen angeworben und bei Übernachtungen etc. unterstützt werden.
  • Digitale Plattform: Zur Vermittlung von Auftraggebern und Schadensgutachtern geht zeitnah eine digitale Plattform an den Start. Sie soll die große Nachfrage bei den Sachverständigen besser koordinieren und die Terminvereinbarung erleichtern.
  • Unternehmenskredit: Sollten dennoch Liquiditätsengpässe entstehen, kann die NRW.BANK mit dem NRW.BANK.Universalkredit (ab 0,01 Prozent) und 20prozentigen Tilgungszuschüssen (max. 100.000 Euro) helfen. 
Ralf Stoffels Präsident IHK NRW und zugleich SIHK-Präsident: „In den betroffenen Regionen haben die IHKs bereits mehr als 2.400 Unternehmen intensiv beraten. Dabei zeigen sich die extreme wirtschaftliche und menschliche Betroffenheit, aber auch die vielen praktischen Probleme beim Wiederaufbau. Vielerorts ist eine Rückkehr zur Normalität noch nicht absehbar. Die Unternehmen müssen sich derzeit um viele Dinge gleichzeitig kümmern – Gutachter und Handwerker organisieren, sich mit Steuerberatern abstimmen und mit den Kommunen baurechtliche Fragen klären. Und bei all dem müssen sie ihr Geschäfte am Laufen halten, den Kundenkontakt halten, sich um die Mitarbeitende kümmern und die Planungen für das kommende Jahr angehen. Das kostet viel Kraft und Zeit. Daher ist es wichtig, dass die Antragsprozesse weiter vereinfacht werden und die betroffenen Unternehmen nun schneller an die Hilfen kommen. Als IHKs werden wir dran bleiben und die Unternehmen weiter intensiv und vor Ort beraten.“
Den betroffenen Unternehmen im Märkischen Südwestfalen  stehen die SIHK-Krisenhotline unter 02331 – 390 333 sowie umfangreiche und laufend aktualisierte Informationen im Internet unter www.sihk.de/hochwasser zur Verfügung.
05. November 2021