Ergebnisse der Konjunkturumfrage

Industrie ist Konjunkturmotor für das Märkische Südwestfalen

Nach mehr als einem Jahr Corona-Pandemie ist die heimische Wirtschaft gespaltener denn je. Konjunkturlokomotive der Region ist die Industrie mit einer steigenden Geschäftslage, guten Exportaussichten, verbesserten Investitionsplänen und optimistischen Beschäftigungsplänen.
Sie ist Haupttreiber für den SIHK-Geschäftsklimaindex, der von Januar bis April von 103 auf beeindruckende 114 Punkte steigt.
„Auf der anderen Seite stehen viele Einzelhändler, personenbezogene Dienstleister, Gastronomen, Hotels und Solo-Selbstständige ohne Perspektiven vor existenziellen Herausforderungen“, warnt SIHK-Präsident Ralf Stoffels bei der Vorstellung der Ergebnisse der aktuellen SIHK-Konjunkturumfrage. Stoffels weiter: „Auch der Industrieaufschwung ist keinesfalls in Stein gemeißelt. Während die Exportaussichten zwar steigen, bereitet die Inlandsnachfrage mehr als jedem zweiten Industriebetrieb in der SIHK-Konjunkturumfrage Sorgen. Besonders hervorzuheben sind zudem steigende Energie- und Rohstoffpreise, die von 72 Prozent der regionalen Industriebetriebe als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung eingeschätzt werden. Politisch gewollte Energiepreissteigerungen und extrem dynamische Rohstoffmärkte trüben hier die Aussichten – die Geschäftserwartungen der Industrie für die kommenden Monate geben schon wieder nach.“
Das sind die Kernergebnisse der 114. Konjunkturumfrage der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK). An der Umfrage haben sich 455 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis, dem Märkischen Kreis und Hagen vom 29. März bis zum 18. April 2021 beteiligt.

SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Geruschkat ergänzte bei der Vorstellung des SIHK-Konjunkturberichts: „Es gilt nun, die gute Entwicklung des SIHK-Geschäftsklimaindex abzusichern und weitere Wachstumsperspektiven für die regionale Wirtschaft zu eröffnen. Diese Wachstumsimpulse werden dringend gebraucht, um die Lasten der Pandemie in naher Zukunft bewältigen zu können. Dafür brauchen eingeschränkte Branchen weiterhin Hilfen und vor allem Perspektiven, bald wieder Geld verdienen zu können. Und die Unternehmen, die aktuell die Konjunktur antreiben, brauchen Planungssicherheit, um die guten Aussichten weiter absichern zu können. Statt Gedankenspiele über Steuererhöhungen anzustellen, wäre es besser, seitens der Politik klare Wachstumssignale für die Zeit nach der Pandemie zu setzen.“
Handel und Dienstleistungen gespalten
Der Handel ist geteilt in diejenigen Betriebe, die etwa als Textileinzelhändler von den Lockdowns und insbesondere von dem verpassten Frühjahrsgeschäft und der allgemein gesunkenen Kauffreude ihrer Kunden betroffen sind. Immer noch 38 Prozent der Einzelhändler berichten aktuell in der SIHK-Konjunkturumfrage von einer schlechten Geschäftslage. Auf der anderen Seite stehen beispielsweise Großhändler, die zum Teil von der Corona-Krise profitieren und zu 87 Prozent von einer guten oder befriedigenden Geschäftslage sprechen.
Auch die Dienstleistungsbranche ist stark gespalten. Auf der einen Seite gibt es konjunkturelle Gewinner der Pandemie. So profitieren viele unternehmensbezogene Dienstleister, wie z. B. IT-Dienstleister, von den geänderten Rahmenbedingungen. 42 Prozent dieser Dienstleister berichten von einer guten Geschäftslage. Auf der anderen Seite stehen zahlreiche personenbezogene Dienstleister, die ihre Betriebe stark einschränken oder schließen mussten. Nur magere zwei Prozent der personenbezogenen Dienstleister berichten aktuell von einer guten Geschäftslage im Märkischen Südwestfalen.
Der ausführliche SIHK-Konjunkturbericht mit weiteren Zahlen, Einschätzungen und Fakten sowie Informationen zur Teilnahme an der SIHK-Konjunkturumfrage unter www.sihk.de/konjunkturumfrage.
30. April 2021