„Formel 1 in der Schule“

SIHK-Teams lösen WM-Ticket

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Die Spannung war überall zu spüren, als am Samstag im Audi Forum in Neckarsulm die Deutschen Meister des Technologiewettbewerbs „Formel 1 in der Schule“ gekürt wurden. Um 18 Uhr stand es dann endlich fest: Deutscher Meister ist das Team „celerity.team“ aus dem Rennstall der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK). Die Schülerinnen und Schüler vom Märkischen Gymnasium in Iserlohn haben somit einen glatten Durchmarsch hingelget: Platz 1 beim Südwestfalen-Qualifying im Februar, Platz 1 bei der NRW-Meisterschaft im März und nun Platz 1 in Neckarsulm. Und somit wird das Team Deutschland bei der Weltmeisterschaft im September in Kuala Lumpur vertreten. Zudem gewannen sie noch zahlreiche Sonderpreise, unter anderem für die beste Konstruktion. Außerhalb der Wertung fand nachmittags außerdem ein KO-Rennen der 16 schnellsten Autos statt. Hier schaffte es „celerity.team“ bis ins Halbfinale. Und die Iserlohner werden in Malaysia nicht alleine die Flagge Südwestfalens hochalten. Auch das SIHK-Team „Evolve“ vom Hagener Fichte-Gymnasium hat sich mit Platz 3 bei der Deutschen Meisterschaft für die WM qualifiziert. Die Jungs werden als sogenanntes „Collaboration-Team“ mit einem Siegerteam aus einem anderen Land gemeinsam ein Team bei der WM bilden. Besonders bei den Hagenern war die Freude riesig: Sie erfuhren am Samstag erst auf dem Siegertreppchen, dass auch der Drittplatzierte nach Malaysia fliegen darf.
Nicht nur die Teams, auch die Betreuer und Organisatoren aus Südwestfalen sind nach dem Wochenende mehr als zufrieden. „Das ist das bisher beste Ergebnis, das wir als SIHK eingefahren haben. Dass sich gleich zwei unserer Teams für die WM qualifizieren und wir den Deutschen Meister stellen, zeigt,  wie gut die Schülerinnen und Schüler mit ihren Mentoren – auch in Kooperation mit vielen heimischen Unternehmen - in den vergangenen Monaten gearbeitet haben. Und es zeigt, dass wir die Talente von morgen hier in der Region haben“, so Desirée Jacobi, Leiterin der SIHK-Stabsstelle „Schule-Wirtschaft“.
Mit mehr als 100 Stundenkilometern flitzten am Samstag die kleinen Rennwagen durch das Audi Forum in Neckarsulm. Unter der Regie des Wettkampfleiters Armin Gittinger von der „Formel 1 in der Schule gGmbH“ wetteiferten insgesamt 23 technikbegeisterte Schülerteams um die begehrten Plätze und Auszeichnungen, 15 Senior- und 8 Juniorteams. Bei den Juniorteams belegte das SIHK-Team „White Rabbit“ aus Lüdenscheid (Geschwister-Scholl-Gymnasium) den zweiten Platz und wurde somit Vizemeister in der Juniorwertung (11-14 Jahre). Für die Juniorteams ist der Wettbewerb für dieses Jahr allerdings nach der Deutschen Meisterschaft beendet. „Der Erfolg der Lüdenscheider freut uns besonders, da es sich um ein reines Mädchenteam handelt, das es in der Wertung so weit nach vorne geschafft hat“, so Desirée Jacobi.
Seit vergangenem Sommer konstruierten die Schülerinnen und Schüler regelmäßig nach der Schule die mit CO2-Kapseln angetriebenen Autos. Ihnen allen wurden in dem Wettbewerb vielseitige Talente abverlangt. Es gibt einen Konstrukteur, einen Designer, einen Ingenieur und zahlreiche Aufgaben mehr. Die Autos mussten im Windkanal getestet werden, Sponsoren mussten gesucht werden, eine Gestaltung überlegt und die Fahrzeuge lackiert werden.  Am Ende musste alles passen, denn die Jury urteilte genau. Nicht nur die Schnelligkeit des Miniatur-Rennwagens war in der Teamwertung gefragt. Auch das Auftreten, die Optik des Präsentationsstandes in der Boxengasse und die Präsentation per Bildanimation wurden bewertet. Zudem mussten alle technischen Regeln eingehalten und ein Teamportfolio erstellt werden.
Doch jetzt heißt es für die Mädels und Jungs alles auf Anfang. Bis September ist noch einiges auf die Beine zu stellen. Die Teams müssen vor allem Sponsoren finden, die die Reise unterstützen und es ermöglichen, für Malaysia nochmal richtig aufzurüsten. Denn dort ist der ganz große Rennzirkus. Das Finale von „Formel 1 in der Schule“ findet parallel zum Großen Preis von Malaysia statt.
Seit 2008 initiiert die SIHK das Projekt bereits in Südwestfalen. Klares Ziel:  Begeisterung für Technik wecken und somit Fachkräfte für die Region gewinnen. Ein Ziel, das auch die unabhängige Jury auf den Wettbewerben nicht aus den Augen verliert. In den Präsentationen gehört es dazu, die persönlichen Lernerfolge des Projektes klar zu definieren. Und auch der Kontakt zu den heimischen Unternehmen steht während der gesamten Projektphase im Mittelpunkt. Es müssen Unterstützer gefunden werden, die dem Team finanziell oder durch Sachspenden unter die Arme greifen. Der enge Kontakt zur Wirtschaft ist für die SIHK ein wichtiger Grund, das Projekt so zu unterstützen. Schließlich kann dieser Kontakt den Jugendlichen am Ende eine Hilfe sein, wenn es um Praktika oder gar die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz geht.