Zukunftsforum Innenstadt: Zurück in die Stadt

Mit dem Zukunftsforum Innenstadt arbeitet die SIHK gemeinsam mit lokalen Akteuren an der Zukunft der Innenstädte im SIHK-Bezirk. Bei dem ersten Workshop „Zurück in die Stadt“ stand die gemeinsame Ideenentwicklungen für Kampagnen abseits von großen Events im Fokus.
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Am besten lernt man von guten Beispielen. Deshalb stellte Thomas Goldschmidt, Geschäftsführer der Stadtmarketing Friedrichshafen GmbH, zu Beginn die Kampagne #meinHaFN vor. Diese wurde zunächst online aufgezogen und erst später auch analog gespielt. Unter dem Hashtag wurden bei Instagram anlassbezogen Aktionen und mit der Landingpage www.meinhafn.de eine Plattform mit Social Wall gestartet. Eine Plakataktion folgte, weil ein örtlicher Anbieter von Plakatwänden während des Lockdowns kaum Aufträge verzeichnete und so Flächen vergünstigt zur Verfügung stellte. Vieles verselbständigte sich, nachdem die Kampagne einmal angestoßen wurde. Der Hashtag wird zunehmend von den „Häflern“ und „Häflerinnen“ selbst genutzt. Die Bürger und Bürgerinnen werden selbst zu Botschaftern. „Originale“ stehen im Mittelpunkt und immer mehr Unternehmen stellen ihre eigenen Inhalte und Beiträge ein. Auch die Online-Community vernetzt sich hierdurch immer stärker. So werden Beiträge viel häufiger untereinander geteilt. Auf der analogen Ebene geht die Zusammenarbeit soweit, dass besondere „Häfler-Produkte“ auch in anderen Geschäften ausgestellt und verkauft werden. Thomas Goldschmidt zeigte sich, auch wegen des relativ geringen finanziellen Aufwands, zufrieden mit dem Ergebnis der Kampagne.
15 Ideen für die Innenstädte
Bei der #meinHaFN-Kampagne steht insbesondere der identitätsstiftende Ansatz im Fokus. Auch die Teilnehmer des Workshops waren sich einig, die Stärkung der Identität ihrer Innenstädte in den Mittelpunkt von Kampagnen zu stellen. Ebenso bedeutend war aus ihrer Perspektive auch die Vermarktung der Vielfalt vor Ort. Aufbauend auf diese Zielsetzungen entwickelte die Gruppe 15 verschiedene Ideen von Online-Kampagnen, Mitmachaktionen und Mikroevents über Kundenbindungsprogramme bis hin zu Ideen für eine „grüne Innenstadt“.
Nächster Workshop „Ohne Moos nix los“ am 28. September
Die Diskussion machte sehr deutlich, dass im Vorfeld zunächst ein gutes bzw. besseres Angebot geschaffen werden muss, um dieses dann überhaupt vermarkten zu können. Insbesondere bei der priorisierten Maßnahme „Mobilitätskonzept darstellen“ fiel auf, dass die notwendigen Angebote wie Radwege, Sportparcours oder das günstigere bis kostenfreie Angebot für öffentliche Verkehrsmittel nicht oder kaum gegeben sind. So formulierte die Gruppe bei der Umsetzungsfrage ganz konkrete Anforderungen, die vor dem Start einer Kampagne umgesetzt werden müssen.
Rückblickend wird ersichtlich, dass zukunftsfähige Innenstädte viel mehr als nur den Handel beinhalten. Die drei priorisierten Maßnahmen zeigen nur indirekt einen Einzelhandelsbezug. Neben dem Mobilitätskonzept wählten die Teilnehmer das Thema „Zusammenhalt“ mit dem Fokus auf örtliche Vereine und Schulen sowie „nicht-konsumorientierte Angebote“ für die Freizeitgestaltung in der Innenstadt aus. Um gemeinsam an solchen Konzepten und Kampagnen vor Ort zu arbeiten, bietet die SIHK den örtlichen Akteuren ihre Hilfe an. Als nächster Baustein der Innenstadtentwicklung dreht sich der Workshop „Ohne Moos nix los“ am 28. September um Fördermöglichkeiten und den Umgang mit Leerständen. Ganz konkret wird die Landesinitiative Zukunft. Innenstadt. Nordrhein-Westfalen im Mittelpunkt der Diskussion stehen. (E)