Zukunftsfeste Innenstädte

Die Covid-19 Pandemie setzte im Frühjahr 2020 das Innenstadtleben schlagartig aus und beschleunigte  im weiteren den Trend zur Innenstadt der Zukunft mit Aufenthalts- und Erlebnisqualität. Eine Prognose zu langfristigen Auswirkungen der Pandemie auf die Innenstädte ist schwierig. Es lassen sich aber Vermutungen anstellen, wie sie sich zukunftsfest aufstellen können. Die nationale Studie „Zukunftsfeste Innenstädte: Zwischenbilanz und Strategien“ des Instituts imakomm mit Unterstützung des DIHK, vieler IHKs und weiterer Verbände liefert Zahlen und Empfehlungen. Auch Kommunen aus dem SIHK-Bezirk nahmen teil.
Ziel der Studie war es, einen möglichst umfassenden IST-Stand der Innenstädte nach der Pandemie zu erhalten, Ansatzpunkte für eine schnelle Stabilisierung zu finden und Wege für eine langfristige Weiterentwicklung hin zur „Post-Corona-Innenstadt“ aufzuzeigen.
Individuelle Lösungen nötig
Klar ist aber auch: „Es gibt keine Patentlösungen, um Innenstädte zukunftsfest zu machen“, betont DIHK-Vizepräsidentin Marjoke Breuning. „Ein Touristenmagnet wie Berlin – mit wenigen Fußgängerzonen – hat andere Voraussetzungen als eine Kleinstadt, die um ihre Funktion als Versorgungszentrum für die Region kämpft. Jede Gemeinde braucht ihre eigenen, auf sie zugeschnittene Lösungen.“
Stabilisierende Sofortmaßnahmen, Agiler Lebensraum und Resilienz
Eine Reihe von Sofortmaßnahmen zur Stabilisierung der Innenstädte können beispielsweise die Erreichbarkeit der Citys, alternative Nutzungsformen öffentlicher Flächen oder ein Immobilien- und Leerstandsmanagement sein. 72 Prozent der Standorte halten es etwa für wichtig, die verkaufsoffenen Sonntage vom Anlassbezug zu befreien. Die effektivsten Maßnahmen sehen die Umfrageteilnehmenden in der Stärkung und Präsentation von regional produzierendem Gewerbe, im Erlebbarmachen von Alleinstellungsmerkmalen der Innenstadt, im Ausbau von Stellflächen für Fahrräder oder in der Ausweitung von Mikro-Events im öffentlichen Raum. Weitgehend einig sind sich die Befragten darin, dass Innenstädte mittel- bis langfristig mehr und mehr zu einem agilen Lebensraum werden müssen, den möglichst viele innenstadtrelevante Akteurinnen und Akteure gemeinsam gestalten. Gleichzeitig muss die Innenstadt resilienter sein und ausreichend Robustheit, Flexibilität und Lernfähigkeit aufweisen, um abrupten, nicht beeinflussbaren Ereignissen von außen widerstehen zu können. Dies ist für knapp 90 Prozent der Umfrageteilnehmenden ein langfristiger Wettbewerbsvorteil, doch lediglich 34 Prozent sehen diesen Faktor für den eigenen Standort auch nur annähernd realisiert.
Fazit: Ganzheitlich und Gemeinsam
Alle Ergebnisse und Praxisempfehlungen haben aber eines gemeinsam: Zukunftsfeste Innenstädte können nur gelingen, wenn ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt wird und alle Innenstadtakteure in die Entwicklung miteinbezogen werden. Es gilt, sich nicht auf bestimmte Bereiche zu versteifen, sondern das Gesamtprodukt Innenstadt im Fokus zu behalten. Dabei unterstützt die SIHK zu Hagen ihre Kommunen auch mit eigenen Maßnahmen wie dem Zukunftsforum Innenstadt und der Marketing-Kampagne Heimat shoppen. Wir schaffen #GemeinsamInnenstadt! (N) ■
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Die nationale imakomm-Studie „Zukunftsfeste Innenstädte – Zwischenbilanz und Strategien“ wurde im Zeitraum Januar bis September 2021 erstellt. Dabei wurde der Frage nachgegangen, wie zukunftsfest die Innenstadt aktuell ist und wie sie sich zukünftig aufstellen muss. Hierzu nahmen 750 Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen und Wirtschaftsvereinigungen in ganz Deutschland an der Befragung teil. (red) ■
Die nationale imakomm-Studie ist unter: https://www.imakomm-akademie.de/index.php/publikationen/nationale-imakomm-studie kostenfrei abrufbar, detailliertere Ergebnisse können erworben werden.