Zukunftsforum Innenstadt

Mit Kreativität, Agilität und Mut vorangehen

Unsere Innenstädte befinden sich seit einiger Zeit im Wandel. Reine Einkaufsplätze sollen entsprechend dem Bedürfnis der Menschen zu multifunktionalen Orten mit Einkaufs-, Erlebnis- und Wohlfühlcharakter werden. Durch die Covid-19 Pandemie wurde die Notwendigkeit zum Wandel noch beschleunigt.
Auch die Hochwasserkatastrophe im SIHK-Bezirk im Juli dieses Jahres hat durch die Zerstörung von Geschäften und Innenstädten zur Beschleunigung beigetragen. Aktuelle Bilder und Zahlen zu Angebotsvielfalt und -qualität, Leerständen, Geschäftsaufgaben und Besucherfrequenzen zeigen, dass jetzt gehandelt werden muss.
Mut für Neues
Schnelles Umdenken und agiles Handeln gepaart mit unbürokratischen Lösungen ist nun erforderlich. Kurzfristige Maßnahmen, die bereits nachhaltig den Standort Innenstadt attraktiver, sauberer, sichererer und „grüner“ gestalten und zum Besuch animieren, bilden oftmals eine gute Basis, auf der weiterführende Maßnahmen aufbauen können. Mittel- bis langfristige Maßnahmen müssen kreativ und zeitnah vor allem aber zusammen angegangen werden. Diese Forderungen sind nichts Neues und auch die immer wieder in Studien und Vorträgen angesprochene Bedeutung der Visitor Journey – vom Besuchsimpuls über die Informationssuche, Anreise und Aufenthalt bis hin zu Bindung, Weiterempfehlung und Angebot – ist bekannt. Wichtig ist nun, loszulegen, „zu machen“. Es gilt nicht alles und jedes 1000-fach zu überdenken und abzuwägen. Ideen und Konzepte müssen an und mit lebendigen Personen – Innenstadtakteure, Bürger und Touristen – erprobt werden.
Dabei gilt es, unbürokratisch und schnell zu handeln, um z.B. Nutzungsänderungen für Leerstände zu ermöglichen, neue Nutzungskonzepte auszutesten, Verweilzonen in der Innenstadt aufzubauen u.v.m. Der Schlüssel, um die eigene Innenstadt erfolgreich in die Zukunft zu führen, liegt in der Bedeutung des Wortes „Gemeinsam“. Durch Zusammenschlüsse von Innenstadtakteuren und Verwaltung auf Augenhöhe und der Einbindung von Interessen und Wünschen der Bürger und Touristen können nachhaltige und resiliente Netzwerke und Strukturen entstehen. Mit deren Kraft und den dadurch entstehenden Synergien erhalten alle für die Innenstadt geplanten Maßnahmen mehr Gewicht, Stärke und Nachhaltigkeit.
Chancen nutzen
Häufig scheitern Ideen daran, dass sie nicht als passend oder innovativ genug empfunden werden oder ein Mangel an Umsetzungsmöglichkeiten attestiert wird. Für die Innenstädte geht es aber nicht darum die innovativste, neueste und modernste Idee zu haben. Wichtig sind vielmehr die gemeinsam entwickelten Ideen, in deren Mittelpunkt die Kundenzentrierung und die Aufenthaltsqualität vor Ort sowie die zugehörige Visitor Journey stehen.
Dazu gilt es Chancen zu nutzen, Netzwerke aufzubauen, sich untereinander offen auszutauschen, gemeinsam Ideen zu entwickeln und „über den Tellerrand“ hinauszublicken sowie unbürokratisches Handeln zu begünstigen. Nicht ein Format ist für alle Innenstädte passend. Jede Innenstadt muss individuell betrachtet und authentisch entwickelt werden.
Aus diesem Grund hat die SIHK verschiedene Formate entwickelt, um die Innenstädte im SIHK-Bezirk zu unterstützen. Hierzu zählt der im April dieses Jahres durch die SIHK-Vollversammlung verabschiedeter „Aktionsplan Innenstadt“, in dem beispielhaft kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen beschrieben werden. Auch die Kampagne „Heimat shoppen“, die seit 2014 in vielen Innenstädten des SIHK-Bezirkes umgesetzt wird, gehört dazu. Mit dem CityLab Südwestfalen hat sich eine interaktive Plattform entwickelt, die Ideen anstößt vermittelt und auch begleitet. Die Formate „Zukunftsforum Innenstadt“ und „SIHK vor Ort“ unterstützen die direkte Netzwerkarbeit von Innenstadtakteuren und kommunaler Verwaltung mit Vorträgen und Workshops sowie Präsenzveranstaltungen vor Ort in den Innenstädten. Im ersten Workshop „Zurück in die Stadt“ des Zukunftsforums Innenstadt stellte sich heraus, dass keine tatsächlichen Fakten vorliegen, was sich Bürger und Touristen von der Innenstadt wünschen. Deshalb möchte die SIHK die Umfrage „Was muss Ihre Innenstadt tun, damit Sie Innenstadt-FAN werden bzw. bleiben?“ starten.
Denn neben dem Mut zur Veränderung und Chancen zu ergreifen sowie agilem und kreativem Vorgehen ist vor allem eines wichtig, um die Innenstädte in eine nachhaltige Zukunft zu führen: Wir schaffen #GemeinsamInnenstadt! (N)
Workshop „Mehr Stadt gestalten und weniger verwalten“  (23. November 2021; 15 bis 17 Uhr)
Im dritten und für 2021 letzten Workshop des Zukunftsforums Innenstadt geht es vor allem darum, was die Aufgaben und Möglichkeiten kommunaler Verwaltungen im Wandel der Innenstädte hin zu multifunktionalen Orten mit Einkaufs-, Erlebnis- und Wohlfühlcharakter sind. Vor allem soll es aber auch darum gehen, gemeinsam unbürokratische Lösungen zu finden.
Studien und Informationen zur „Zukunft der Innenstadt“
2021 sind bereits einige interessante Studien zum Themenbereich „Zukunft der Innenstadt“ veröffentlicht worden. Das IFH Köln brachte u.a. die Studie „Zukunft des Handels – Zukunft der Städte“ und die Studie „Metro – Innenstadtinitiative“ heraus. Auch die Kommunen im SIHK-Bezirk konnten sich an der kostenfreien immakom-Studie „Zukunftsfeste Städte“ beteiligen, die in diesem Herbst veröffentlicht wird.
5. Oktober 2021