Innovative Technik und Produktdesign

„Wir bieten Design und Engineering von technischen Produkten bis hin zur Inneneinrichtung. Von der ersten Visualisierung über die CAD-Konstruktion bis zur Ausführung. Designmodelle, funktionsfähige Prototypen, Vor- und Kleinserien werden im Haus unter Berücksichtigung von Produktionstechnologien realisiert und optimiert“, betont der in England ausgebildete Bootsbauer Uwe Feller, der anschließend Design in Köln studierte. Seine Diplomarbeit fertigte er zu energieeffizienten Wasserfahrzeugen an.
Vor einigen Jahren hat er sich dafür entschieden, nicht mehr allein auf den Bootsbau und -verkauf zu setzen. Seitdem arbeitet er mit anderen Werften sowie Forschungseinrichtungen zusammen: „Kooperationen sind wichtig, um Innovation voran zu treiben. Open Innovation und Nachhaltigkeit sind zu zentralen Themen geworden. Bei uns findet man nicht nur eine Werkstatt und Arbeitsräume, die ausgestattet sind, um fast alles möglich zu machen, sondern auch Menschen mit Know-how und ein umfassendes interdisziplinäres Netzwerk.“
Damit das auch so bleibt, bildet Uwe Feller mit Efkleidis Kitsikidis zum ersten Mal einen technischen Produktdesigner aus und ist damit sehr zufrieden. Auch über die Ausbildung hinaus sind Produktentwicklung und -design mittlerweile nicht nur in Hinsicht auf Boote ein Schwerpunkt für Feller: „Ich arbeite viel mit Studenten zusammen, die ihr Praktikum bei mir machen. Dadurch sind Projekte möglich, die ich sonst im ‚normalen Alltagsgeschäft‘ nicht gemacht hätte. Daraus entstand die Idee der Innovationswerkstatt.“
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Uwe Feller (links) mit Efkleidis Kitsikidis
Die Innovationswerkstatt.ruhr, die im November 2020 offiziell ihre Türen für Unternehmen, Investoren und Gründer öffnete, vereint die in Fellers Betrieb angesammelte Expertise mit der Flexibilität und der frischen Energie, die motivierte Studierende mitbringen. Es werden sowohl externe Projekte angenommen als auch eigene Produkte entwickelt und zur Marktreife begleitet. Davon Gebrauch gemacht hat der Duisburger Unternehmer und Investor Carsten Müller, Geschäftsführer der ASC Services Deutschland GmbH. Uwe Feller und sein Team unterstützten bei der Entwicklung des „AquaSpeeder“, der Anfang Oktober in Duisburg vorgestellt wurde. Dank seines elektrischen Propellerantriebes kann der AquaSpeeder, der aussieht und sich anfühlt wie ein Jetski, ohne Bootsführerschein auf allen Binnengewässern genutzt werden — ganz im Gegensatz zu einem Jetski. Die Startups „Basswagen“ aus Wuppertal und „KB Woodcraft“ aus Piraeus in Griechenland sind weitere Erfolgsgeschichten. Beide beriet Uwe Feller in Sachen Konstruktion und Serienfertigung. „Das ist lokal gelebte Globalisierung“, sagt er.
Aufgrund entsprechender Anfragen liegt der Fokus 2022 mehr in Richtung der Industrie. „Wir setzen auch unsere Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten fort. In der Vergangenheit haben wir bereits ein autonomes U-Boot für das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen gebaut. Seitdem begleitet uns das Thema autonomes Fahren.“ Feller zeigt auf ein 15 Meter langes Wasserfahrzeug, das in seiner kleinen Werkhalle steht. „Das ist ein voll funktionsfähiges Modell eines 130 Meter langen Binnenschiffes, das zunächst automatisiert und später autonom Manöver wie das An- und Ablegen, Schleusenfahrten, etc. fahren soll." Ganz neu ist der Einzug des zdi-Netzwerkes Ennepe-Ruhr in die Räumlichkeiten der Innovationswerkstatt. „Wir freuen uns darüber, als lokal verwurzeltes Unternehmen unseren Beitrag zur Förderung des Interesses junger Menschen an den MINT-Fächern zu leisten“, so Feller.■
Thomas Marotzke