Neuer Studiengang an der FernUniversität in Hagen

s Unternehmen erfolgreich zu sein heißt, sich regelmäßig an sich ändernde Herausforderungen anzupassen – nicht nur durch technologischen Fortschritt, sondern auch durch die Aus- und Weiterbildung qualifizierter Mitarbeiter, die damit diesen Wandel tragen und fördern können.
Die flächendeckende Digitalisierung der Unternehmen sowohl in der Produktion (durch den Einsatz von vernetzten Systemen mit Sensor- und Datenerfassungstechnologie), als auch in Verwaltung und Organisation (durchstrukturierte und komplexe Prozesse) führt zu einer Vielzahl von kontinuierlich anfallenden Daten („Big Data“), die in nicht wenigen Unternehmen nur teilweise für die Weiterentwicklung des Unternehmens genutzt werden, da die gewinnbringende Auswertung und Interpretation sehr komplex werden kann.
Hierfür werden Spezialisten benötigt, die das mathematische und informatische Können haben, um derartige Algorithmen und Anwendungen zu entwickeln. Zudem benötigen sie vertiefte Unternehmens- und Branchenkenntnisse, um zusammen mit Fachexperten der Unternehmensbereiche Anwendungen zu planen, die Ergebnisse umfassend zu interpretieren und damit in Folge einen Gewinn für die Wertschöpfung des Unternehmens zu erzielen.
Den vielfach ausgebildeten Fachinformatiker/inne/n Anwendungsentwicklung fehlen – obwohl sie eine sehr hochwertige und breit angelegte Ausbildung erfahren – meist die notwendigen mathematischen Kenntnisse.
Softwareentwicklung mit tiefgehenden mathematischen Kenntnissen
Hier können die „mathematisch-technischen Softwareentwickler/-innen“ (MaTSE) die Lücke schließen. Dieses dual ausgebildete Berufsbild vereint eine umfassende Ausbildung in Softwareentwicklung mit tiefgehenden mathematischen Kenntnissen – Kompetenzen, die zur Umsetzung komplexer Datenanalysen und Entwicklung mathematisch fundierter Algorithmen grundlegend sind. Obwohl das Berufsbild des MaTSE schon lange existiert, ist es recht unbekannt. Daher gibt es aktuell nur wenige Betriebe, die hier ausbilden. Um dennoch den Bedarf an derartigen Fachkräften in Zukunft decken zu können, wird an der FernUniversität in Hagen zum Ausbildungsjahr 2022/23 das ausbildungsintegrierende duale Studium „Mathematisch-technische Softwareentwicklung“ eingeführt, das neben einem Abschluss als Bachelor of Science auch eine betriebliche Ausbildung mit IHK-Ausbildungsabschluss umfasst.
Für die Ausbildungsbetriebe hat diese Kombination mehrere Vorteile: einerseits bilden sie die Auszubildenden auf den Punkt passend für ihre Bedürfnisse aus. Andererseits erhalten die Auszubildenden durch das Fernstudium räumlich und zeitlich flexibel eine wissenschaftlich orientierte Fundierung ihres berufs-
praktischen Wissens. Ein weiterer Vorteil ist, dass dieser Studiengang komplett neu entsteht: Die FernUniversität in Hagen wird in ihrem „Zentrum für Digitalisierung und IT“ (ZDI) selbst MaTSEs dual ausbilden, sodass von Beginn an eine intensive Kooperation zwischen den verantwortlichen Ausbildern und der Studiengangskoordination existiert. Auf diese Weise wird die Verzahnung der Lernorte von Anfang an effektiv gestaltet. Die Bedürfnisse und Anwendungsfälle der industriellen Ausbildungspartner unterscheiden sich oftmals von denen eines Hochschulrechenzentrums wie des ZDI. Daher legt die FernUniversität großen Wert darauf, die Ausbildung in engem Kontakt und aktiver Kooperation mit den Ausbildungsbetrieben zu gestalten, um eine hohe Ausbildungsqualität
zu gewährleisten.
Am Ende des dualen Studiums haben die Auszubildenden zwei hochwertige Abschlüsse erworben: Einerseits einen Berufsabschluss mit IHK-Prüfung, der eine vielfältige berufliche Weiterbildung ermöglicht; andererseits einen wissenschaftlichen Abschluss als Bachelor of Science, auf den sie beispielsweise durch den ebenfalls neu eingeführten Master-Studiengang „Data Science“ aufbauen können.
Dr. Simone Opel,
FernUniversität in Hagen