Regionalplan Ruhr wird deutlich nachgebessert

Gleich ob Gewerbe- und Industrieflächen, Verkehrsinfrastruktur, Rohstoffsicherung oder Energieversorgung: werden Flächen in Anspruch genommen, sind umfangreiche Planungsprozesse erforderlich.
Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer (SIHK) vertritt die Interessen ihrer Mitglieder in diesen Prozessen. Auf regionaler Ebene bestimmen Regionalpläne die Grenzen der räumlichen Entwicklung. Aktuell sind die Planungsrechtsexperten der SIHK auf zwei Ebenen aktiv. Vor dem Hintergrund der unterschiedlichen regionalplanerischen Zuständigkeit für den SIHK-Bezirk des Regionalverbandes Ruhr für den südlicher Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen sowie der Bezirksregierung Arnsberg für den Märkischen Kreis befinden sich die Neuaufstellungen der Regionalpläne in unterschiedlichen Planungsstadien.
Beim Regionalplan Ruhr gab die SIHK zu Hagen gemeinsam mit den fünf anderen Industrie- und Handelskammern und den drei Handwerkskammern im Ruhrgebiet eine gemeinsame Stellungnahme ab. Nicht zuletzt durch die Diskussionen der Wirtschaftskammern mit dem politischen Raum wird aktuell der Regionalplan Ruhr deutlich nachgebessert und eine neue Offenlage des Regionalplanes stattfinden. Aufgrund der Industrie- und Gewerbeflächenknappheit in der Region entschloss sich der RVR einen Teilabschnitt „Regionale Kooperationsstandorte“ (dies sind 24 großflächige GIB-Standorte über das gesamte Ruhrgebiet verteilt) vorzuziehen. Dieser Teilabschnitt lag im Herbst 2020 öffentlich aus. Nach der Durchführung eines schriftlichen Erörterungstermins zum Ausgleich der Meinungen hat die Verbandsversammlung im Sommer dieses Jahres den Teilplan „Regionale Kooperationsstandorte“ beschlossen und der Landesplanungsbehörde zur Genehmigung vorgelegt.
Im SIHK-Bezirk sind drei Kooperationsstandorte in Schwelm, Gevelsberg und Wetter (Ruhr) ausgewiesen. Die Realisierung erscheint allerdings sehr fraglich, da in den drei Kommunen Ratsbeschlüsse gefasst wurden, die den jeweiligen Standort ablehnen und eine Umsetzung aufgrund der kommunalen Planungshoheit in der Entscheidungsgewalt der Kommune liegt. „Aber immerhin konnten wir auf der Ebene des Regionalplans Flächenpotenziale sichern“, so SIHK-Planungsexperte Frank Bendig. Als Vorarbeit für den Regionalplan Märkischer Kreis, Olpe und Siegen-Wittgenstein hat sich die SIHK zu Hagen 2017 an einem Regionalen Gewerbeflächenkonzept für den Märkischen Kreis beteiligt, um gutachterlich geeignete Gewerbe- und Industrieflächen zu ermitteln. Dieses wurde 2019 nochmals aktualisiert und erweitert. In einem gemeinsamen Fachbeitrag formulierten die SIHK zu Hagen, die IHK Siegen und die HWK Südwestfalen Forderungen der gewerblichen Wirtschaft an den Regionalplan.
Kernpunkt der Kritik: „Die enormen Naturschutz- und Freiraumausweisungen im Planentwurf stehen nicht im Einklang mit der erfolgreichsten und wirtschaftsstärksten Industrieregion des Landes Nordrhein-Westfalen“, so Frank Bendig. Derzeit werden die Stellungnahmen von der Bezirksregierung Arnsberg ausgewertet und dann wird sich zeigen, ob auch hier eine zweite Offenlage erforderlich ist. (Bg)

Gewerbeflächenbörsen im SIHK-Bezirk

Die SIHK beteiligt sich an zwei kostenlosen Gewerbeflächenbörsen. Dies ist „blis-online“ für den Märkischen Kreis und die „ruhrsite“ für den südlichen Ennepe-Ruhr-Kreis und die Stadt Hagen. Auf diese Datenbank greifen auch die Städte und die Wirtschaftsförderungen zu.
Da wir häufig Anfragen von Gründern, Investoren und Gewerbetreibenden erhalten, bitten wir Sie, vorhandene
  • Büroräume/Bürogebäude
  • Produktions-/Lagerhallen
  • Ladenlokale
  • Freie Grundstücke
  • Sonstige gewerbliche Immobilien
die vermietet oder verkauft werden sollen zu melden. Gerne tragen wir Ihre Inserate in die kostenlose Datenbank ein. (Be)