Heimat shoppen 2022 – anders und doch gleich?

Seit 2014 beteiligt sich die SIHK zu Hagen an der bundesweiten Kampagne „Heimat shoppen“. Der Vorsitzende des SIHK-Ausschusses für Handel und Dienstleistungen Burkhard Blesel und Stephanie Erben, die Leiterin des Fachbereichs Handel und Dienstleistungen der SIHK, lassen die vergangenen Jahre Revue passieren und wagen einen Blick in die Zukunft.
Burkhard Blesel: 2014 stellten Sie uns im SIHK-Ausschuss für Handel und Dienstleistungen erstmals die Idee der Kampagne „Heimat shoppen“ vor und wie Sie sie umsetzen wollten. Nun sind wir im achten Jahr. Hat es sich gelohnt?
Stephanie Erben: Auf jeden Fall. Wir haben mit der Kampagne Vieles angestoßen und den Innenstädten in Südwestfalen eine Stimme gegeben. Die Diskussion, welchen Wert sie für die Lebensqualität in der Region haben und wieviel eigentlich zu tun ist, wird seither sehr intensiv bespielt. Auch viele neue Events und Mitmachformate für die Kundschaft sind im Zuge der Kampagne entstanden.
Burkhard Blesel: Und dann kam die Covid-19 Pandemie und legte auch das „Heimat shoppen“ lahm. Wie genau haben Sie, Frau Erben, dies empfunden?
Stephanie Erben: Die Situation und die Ungewissheit was die nächsten Wochen und Tage bringen würden, war für alle äußerst schwierig. Aus diesem Grund haben wir zeitnah im Mai 2020 Gutscheinportale ins Leben gerufen, auf welchen sich unsere Unternehmen aus Handel, Gastronomie und Dienstleistung kostenfrei registrieren und zu Sonderkonditionen ihre Gutscheine anbieten konnten. So konnte die Stammkundschaft ihre Lieblingsgeschäfte auch während der Pandemie unterstützen und die Geschäftsleute hatten trotz Lockdown die Möglichkeit Umsatz zu machen. Außerdem haben wir kleinere Aktionen mit einfachen recycelbaren Luftballons, passend zum Thema „Mitten ins Herz des Kunden“ unterstützt. Dies war uns Dank des Sponsorings der beteiligten Sparkassen aus unserem SIHK-Bezirk möglich.
Burkhard Blesel: Man hat nun das Gefühl, dass wieder mehr Events in den Innenstädten stattfinden. Geht nun auch das Heimat shoppen wie gewohnt weiter?
Stephanie Erben: Die Kampagne werden wir definitiv weiter fortsetzen, jedoch etwas anders ausrichten. Inhaltlich geht es nach wie vor darum, auf die Bedeutung des Handels, der Gastronomie und der Dienstleistungen vor Ort aufmerksam zu machen. Wir möchten aber, dass die Kampagne ganzjährig in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird und sich nicht, wie bisher, auf den September-Aktionszeitraum verdichtet. Es geht auch darum, die Branchen in Richtung Zukunft zu pushen und die Bemühungen auf vielfältige, hybride und nachhaltige Themen zu konzentrieren.
Burkhard Blesel: Ich finde sehr gut, dass die Kampagne weitergeführt und auf das ganze Jahr ausgeweitet wird. Gerade vor dem Hintergrund des Wandels unserer Innenstädte, Quartiere und Zentren der Gemeinden zeigt sie auf, wie wichtig das „Lokale-Prinzip“ ist, um seinen Standort weiter bzw. wieder zu beleben und zukunftsfit zu machen. Gibt es denn dann auch einen Austausch zwischen den Akteuren?
Stephanie Erben: Ja, das ist uns besonders wichtig. Wir haben mit dem Zukunftsforum ein Format entwickelt, bei dem wir gemeinsam in der Region an der Zukunft der Innenstadt arbeiten. Zudem möchten wir im kommenden Jahr ein regelmäßiges Stadtmarketingfrühstück für die Ansprechpartner aus dem Bereich Stadtmarketing in der gesamten SIHK-Region anbieten. Wir erhoffen uns dadurch ein Wechselspiel zwischen Ideenschmiede, Austausch und Problemlösung, alles unter dem #GemeinsamInnenstadt.
Burkhard Blesel: Ich bin gespannt wie sich dies weiterentwickelt. Auf jeden Fall denke ich, dass der neue Ansatz die ersten erarbeiteten Ergebnisse der Workshops im Rahmen des Zukunftsforums Innenstadt aufnimmt und umsetzt. Nun gilt es für alle das kommende Jahr zu nutzen.