Förderung von Digitalprojekten

Die Digitalisierung stellt Unternehmen vor große Herausforderungen. Eine davon ist die Finanzierung der Vorhaben, denn diese können im Einzelfall enorme Dimensionen einnehmen.
Um die Wirtschaft bei ihren Bemühungen zu unterstützen, hat die Politik verschiedene Förderprogramme ins Leben gerufen. Es folgt ein Überblick über die Programme, die für „normale“ Projekte in der Regel am besten passen. Darüber hinaus gibt es auch noch Programme, die sich an ganz spezielle Branchen oder für besonders innovative Vorhaben richten, die eher schon Forschungscharakter haben. Diese Förderungen sind zudem zeitlich stark befristet und erfordern eine Bewerbung innerhalb enger Fristen. Eine Übersicht über derartige Angebote findet sich unter www.foerderinfo.bund.de

Landesregierung fördert Digitalisierung im Handel, im Gastgewerbe und in der touristischen Wirtschaft

Mit rund zehn Millionen Euro will die Landesregierung die digitale Transformation kleiner Unternehmen dieser von der Pandemie besonders betroffenen Branchen unterstützen: Seit dem 2. November 2021 können Einzelhandel, Tourismus und Gastgewerbe Unterstützung aus den Förderprogrammen „NRW-Digitalzuschuss Handel“ und „NRW-Digitalzuschuss für die gastgewerbliche und touristische Wirtschaft“ beantragen. Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erhalten bis zu 2.000 Euro – beispielsweise für digitale Kundenservice-Tools, für die Einrichtung oder Optimierung ihrer Internetpräsenz oder bargeldlose Bezahlmöglichkeiten. Landesregierung fördert Digitalisierung im Handel

Digital Jetzt

Beim Förderprogramm „Digital jetzt“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bis zu 50.000 Euro Zuschuss für Hard- und Software sowie die Qualifizierung der Mitarbeitenden beantragen. Konkret werden KMU und Handwerksbetriebe mit drei bis 499 Mitarbeitern in zwei Modulen unterstützt: Modul 1 sind Investitionen in digitale Technologien, insbesondere Hard- und Software. Modul 2 beinhaltet Investitionen in die Qualifizierung der Mitarbeiter zu Digitalthemen. Ziel des Programms ist es, die Digitalisierung der Geschäftsprozesse zu fördern, um den Unternehmen neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Darüber hinaus werden die Mitarbeitenden befähigt, die Chancen der Digitalisierung zu erkennen, zu bewerten und die Digitale Transformation im Unternehmen voranzubringen. Die Zuschüsse werden in Form einer Anteilsfinanzierung gewährt. Die maximalen Förderquoten sind je nach Unternehmensgröße bis zu 50 Prozent, bzw. 40 Prozent ab dem 1. Januar 2022. Wichtig: Die Untergrenze für die beantragte Fördersumme beträgt 17.000 Euro im Modul 1 sowie bei kombinierter Inanspruchnahme der Module 1 und 2. Für das Modul 2 beträgt die Untergrenze 3.000 Euro. Die Registrierung ist dauerhaft geöffnet. Per Zufallsverfahren werden die monatlich verfügbaren Haushaltsmittel ausgelost.  Weitere Infos unter www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/digital-jetzt.html

Go Digital

Insbesondere KMU tun sich oft schwer, den für Sie richtigen Weg bei der Vielzahl der Möglichkeiten beim Einsatz von digitaler Technologie zu finden. Hier setzt das Förderprogramm go-digital des BMWi an. Unterstützt werden Unternehmen bis 100 Mitarbeiter und einem Jahresumsatz von höchstens 20 Millionen Euro, die ihre Geschäftsprozesse optimieren wollen.  Die Förderung konzentriert sich auf die drei wichtigsten Handlungsfelder: „Digitalisierte Geschäftsprozesse“, „Digitale Markterschließung“ und „IT-Sicherheit“. Somit unterstützt go-digital nicht nur bei der Optimierung von Prozessen und der Erschließung zusätzlicher Marktanteile durch Digitalisierung, sondern finanziert auch Maßnahmen, mit denen sich Unternehmen vor dem Verlust sensibler Daten schützen können.
Das BMWi hat dazu eine Reihe von Beratungsunternehmen autorisiert, bei der Suche nach individuellen Lösungen für den Online-Handel, die Digitalisierung des Geschäftsalltags und den steigenden Sicherheitsbedarf zu unterstützen. Gefördert werden können bis zu 30 Beratertage, wobei ein Beratertagessatz von maximal 1.100 Euro ohne Mehrwertsteuer mit 50 Prozent gefördert wird. Nähere Infos unter  www.bmwi-go-digital.de

MID-Invest

Mit „MID – Mittelstand Innovativ & Digital“ versucht das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen branchenübergreifend KMU bei der Digitalisierung zu unterstützen. Eines der darin enthaltenen Programme ist MID-Invest für Investitionen in Hardware und Software. MID-Invest rundet das bestehende Förderspektrum der MID-Gutscheine und des MID-Assistenten im Hinblick auf Investitionen in ausgewählte Hard- und Software aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) ab. Die wichtigsten Bedingungen im Überblick: Gefördert werden Investitionen in spezifische, technologiebasierte Hard- und Software zur Digitalisierung und Optimierung von Unternehmensprozessen. Dazu gehört auch die fachmännische Implementierung bzw. Installation der Hard- und Software, sofern sie vom selben Anbieter angeboten wird. Die Fördersumme beträgt mindestens 4.000 und maximal 25.000 Euro bei einer Förderquote von 50 Prozent für kleine Unternehmen und 30 Prozent für mittlere Unternehmen. Der Durchführungszeitraum beträgt maximal sechs Monate. Weitere Infos unter  www.mittelstand-innovativ-digital.nrw/mid-invest

MID-Digitalisierung

Ein weiterer Baustein ist der MID-Gutschein „MID-Digitalisierung“. Gefördert wird dabei die Analyse und Umsetzung eines konkreten Digitalisierungsprojekts. Ziel ist die (Weiter-) Entwicklung digitaler Produkte, Dienstleistungen und Produktionsverfahren. Konkret gefördert werden dabei die Beratungs-, Entwicklungs- oder Umsetzungstätigkeiten die durch Hochschulen, Forschungseinrichtungen oder Unternehmen der freien Wirtschaft erfolgen können. Eine vorherige Potenzialanalyse des angedachten Projektes ist möglich, der anschließende Umsetzungsschritt obligatorisch. Dotiert ist der MID-Gutschein mit bis zu 15.000 Euro. Weitere Infos gibt es unter www.mittelstand-innovativ-digital.nrw/

Bildungsschecks

Mit dem Bildungsscheck unterstützt das Arbeitsministerium NRW Unternehmen und ihre Beschäftigten auch mit der Finanzierung von beruflichen Weiterbildungsvorhaben im Bereich der Digitalisierung. In NRW können Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten jährlich bis zu zehn Bildungsschecks für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen. 50 Prozent der Kurskosten (maximal 500 Euro) werden je Mitarbeiter gefördert. Gefördert werden Weiterbildungen, die der beruflichen Qualifizierung dienen und fachliche Kompetenzen oder Schlüsselqualifikationen vermitteln. Auch neue Formen der Weiterbildung, wie etwa onlinebasierte Fortbildungen (Webinare und E-Learning)  werden ebenso gefördert, wie Inhouse-Seminare. Die Beratung und Ausstellung der Bildungschecks im „betrieblichen Zugang“, also wenn der Arbeitgeber die Weiterbildung finanziert, ist bei der SIHK möglich.  Weitere Infos und Anträge gibt es bei Christian Münch, 02331 390-302, muench@hagen.ihk.de.


(Dy)