Zukunftsfrage Internet: Bedarf nach Bandbreite steigt

In den letzten Jahren hat sich der schnelle Zugang ins Internet bei fast allen zum unverzichtbaren Standortfaktor entwickelt. Die Corona-Pandemie hat diesen Trend noch weiter beschleunigt.
o waren bei viele Firmen vorher Themen wie Homeoffice oder Videokonferenzen nicht relevant, sind nun aber genauso zum Tagesgeschäft geworden wie Online-Bestellungen, Fernwartung oder Kunden-Newsletter. Doch mit zunehmender Nutzung steigt auch der Bedarf nach entsprechender Bandbreite, insbesondere beim Einsatz von Videosignalen. Somit stellt sich also die Frage, wie es mit der Zukunftssicherheit des Standortes Südwestfalen in Sachen Highspeed-Internet aussieht.
Einen Hinweis zur Ausbausituation liefert das Kompetenzzentrum Gigabit.NRW (gigabit.nrw.de) mit dem GigabitAtlas.NRW. Demnach sind aktuell in Hagen bei 85,3 Prozent der Haushalte über 1000 Mbit/s verfügbar und sogar 99,3 Prozent wenn man „nur“ 30 Mbit/s als Grenze nimmt. Im Ennepe-Ruhr-Kreis verfügen immerhin 57,1 Prozent der Haushalte über einen gigabitfähigen Anschluss und 98,6 Prozent können mit mindestens 30 Mbit/s angeschlossen werden.
Im Märkischen Kreis beträgt die Verfügbarkeit hingegen nur magere 47,3 Prozent (>1000 Mbit/s) bzw. 86,2 Prozent (>30Mbit/s). Das Bild wird noch extremer, wenn man die Versorgung in den einzelnen Gemeinden betrachtet. So gibt es etwa in Schalksmühle überhaupt keine Gigabit-Anschlüsse und auch nur 8,3 Prozent der Haushalte können zumindestens 30Mbit/s erreichen! Fazit: Die Breitbandversorgung der Haushalte ist in Südwestfalen insgesamt auf einem guten Weg, je nach Gemeinde oder Wohnlage gibt es aber zum Teil noch erhebliche Defizite. Erschwerend kommt hinzu, dass die gigabitfähige Versorgung häufig über die Leitungen des Kabelfernsehens erzielt wird – welche jedoch in gewerblichen Immobilien oftmals nicht verlegt wurde.
Förderung des Ausbaus unversorgter Gebiete
Zur Verbesserung der Situation findet neben dem privatwirtschaftlichen Ausbau auch eine Förderung von unterversorgten Gebieten statt. Dazu gehört auch insbesondere der Anschluss in Gewerbegebieten mit Glasfaserleitungen. Die Koordinierung dieser Aufgabe übernehmen Gigabitkoordinatoren in den Kreisen (bzw. der Stadt Hagen), die man auch bei Fragen zur individuellen Anschlusssituation ansprechen kann. Die Kontaktdaten finden sich ebenfalls im Gigabit-Atlas.
Neben der stationären Internetanbindung gewinnt auch das mobile Internet zunehmend an Bedeutung für Unternehmen – nicht nur im Bereich Dienstreisen oder Logistik. Auch hierbei sind in Südwestfalen noch viele Regionen unterversorgt. Um diese zu identifizieren haben die drei südwestfälischen IHKs in Arnsberg, Hagen und Siegen die „Funkloch-Initiative“ ins Leben gerufen. Unter www.sihk.de/funkloch können Unternehmen (und Bürger) Orte in der Region melden, in denen die Mobilfunkversorgung mangelhaft ist. Somit sollen gegenüber Politik und Mobilfunkanbietern insbesondere die unterversorgten Stellen identifiziert werden, die für die heimische Wirtschaft von besonderer Relevanz sind.
Einen weiteren Einblick in die Breitband-Versorgungslage und die geplanten Maßnahmen in Südwestfalen wurde im Rahmen des SIHK-Breitbandkongresses im Rahmen der DigitalWoche 2021 gegeben. Eine Videoaufzeichnung dieser Veranstaltung findet sich unter www.sihk.de/diwo darüber hinaus wird es in der kommenden Ausgabe der Südwestfälischen Wirtschaft mit dem Schwerpunktthema Digitalisierung weitere Detailinformationen geben. (Dy)