Ausbilden mit Blick in die Zukunft

Zusatzqualifikation Kaufmann International

Im Hinblick auf die zunehmende Vernetzung internationaler Märkte und die Notwendigkeit für lebenslanges Lernen möchte die AHK Irland mit dem Angebot der Zusatzqualifikation Kaufmann International, einem dreiwöchigen Professional Development Programm einen Beitrag zur Entwicklung junger Fachkräfte leisten. Das Programm Kaufmann International rückt besonders mit Blick auf eine Zukunft nach dem Brexit in den Vordergrund, da Irland als einzig rein englischsprachiges Land innerhalb der EU bestehen bleibt.
Mitte des Jahres 2021 startete die AHK Irland das auf unterschiedliche Kaufmann-Ausbildungsgänge zugeschnittene Projekt, wobei die Festlegung von Zielen, das Erstellen eines Rahmenprogramms sowie das Schließen von Partnerschaften mit Schulen in Irland auf dem Tagesplan stand. Innerhalb kürzester Zeit gelang es das Programm auf die Beine zu stellen, sodass bereits im Oktober 2021 die erste Gruppe an Schülern von verschiedenen Schulen aus Deutschland die Zusatzqualifikation erwerben konnten. Um dieses besondere Ereignis zu würdigen, empfing der deutsche Botschafter in Dublin, Cord Meier-Klodt, die Gruppe in seiner privaten Botschaftsresidenz. In seiner Begrüßungsrede betonte Meier-Klodt die große Bedeutung der Auslandserfahrungen für junge Leute auf dem Weg ins Berufsleben. Dieser Kursus kann dabei nicht nur in der Hauptstadt Dublin absolviert werden, sondern wird auch in Galway an der Westküste Irlands als auch Cork im Süden angeboten. Dabei profitieren nicht nur die Teilnehmenden, sondern auch deren Unternehmen, welche die erworbenen Kenntnisse gewinnbringend einsetzen können.
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Jutta Jennings (links) und Botschafter Cord Meier Klodt (Mitte) begrüßen zwei deutsche Berufsschullehrerinnen sowie zwei Teilnehmerinnen in Irland.
Das Programm Kaufmann International wird von Jutta Jennings der AHK Irland geleitet und weiterentwickelt. Während der drei Wochen des Kurses arbeiten die Teilnehmenden an Projekten und erhalten von Muttersprachlern Unterricht in aktuellen Wirtschaftsthemen sowie der EU-Politik aus der Sicht Irlands. Somit können die Schüler nicht nur ihr theoretisches Wissen erweitern und neue Erkenntnisse gewinnen, sondern auch durch Projektarbeiten ihre eigenen innovativen Ideen kreieren und diskutieren. Dieser Mix aus der Vermittlung von theoretischem Wissen in englischer Sprache und dem praktischen Training bildet ein abwechslungs- und lehrreiches Programm. Das erfolgreiche Bestehen des Kurses führt zum Titel der Internationalen Kaufleute. Zusätzlich kann das Programm durch die EU im Rahmen von Erasmus+ gefördert werden. Die AHK Irland freut sich in Zukunft noch mehr jungen Talenten die Möglichkeit zu bieten, Auslandsluft zu schnuppern. (red) ■

Auslandspraktikum während der Ausbildung

Die Möglichkeit Berufserfahrungen im Ausland zu erwerben, stehen allen Auszubildenden offen. Sich während eines Auslandpraktikums fachlich und persönlich weiterbilden steht im Vordergrund, genauso wie Fremdsprachenkenntnisse auffrischen, die für das weitere Berufsleben wichtig sind. Nebenbei können Auszubildende in eine andere Welt eintauchen, andere Kulturen kennenlernen und viele interessante Menschen treffen.
Das große Plus für Ausbildungsbetriebe: Mit der Möglichkeit einen Teil der Ausbildung im Ausland zu absolvieren, heben sich Unternehmen vom Ausbildungsmarkt ab. Darüber hinaus
  • bringen Auszubildende neues Know-how und Impulse ins Unternehmen
  • können Internationale Kontakte aufgebaut und verstärkt werden
  • steigern Auslandsaufenthalte das Selbstwertgefühl der Auszubildenden,
  • stärken die Begeisterung und Identifikation mit Beruf und Unternehmen und
  • zeigen Bewerber/-innen, dass das Unternehmen ein attraktiver Ausbildungsbetrieb ist.
Laut Berufsbildungsgesetz sind Auslandspraktika bis zu einer Dauer von maximal einem Viertel der Ausbildungszeit möglich. Bei einer dreijährigen Ausbildung kann das Praktikum also bis zu neun Monate dauern. Es besteht die Pflicht zur Fortzahlung der Ausbildungsvergütung während des Auslandsaufenthaltes. Ggf. kann mit dem aufnehmenden Betrieb vereinbart werden, dass dieser einen Teil der Vergütung übernimmt. Die Kosten des Auslandsaufenthaltes (zum Beispiel Reise- und Unterbringungskosten) sind vom Auszubildenden zu tragen. Der Ausbildungsbetrieb kann die Kosten ganz oder teilweise übernehmen, eine Verpflichtung dazu besteht jedoch nicht. Es gibt eine Vielzahl von Förderprogrammen (z.B. Erasmus +) über die die Auszubildenden Zuschüsse erhalten können.
Der beste Zeitpunkt für einen Aufenthalt im Ausland ist im zweiten Ausbildungsjahr. Auslandsaufenthalte sind das ganze Jahr über möglich. Der Auslandsaufenthalt ist nur mit einer Freistellung von der Berufsschule möglich. Im Ausland muss keine vergleichbare Berufsschule besucht werden, der versäumte Schulstoff ist aber selbstständig vom Auszubildenden nachzuarbeiten. Daher bietet es sich an, einen Teil des Praktikums in den Ferien zu verbringen, damit nicht zu viel Lernstoff aufzuarbeiten ist. (Schf)■