Bewachungsgewerbe

Die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO

Wer muss die Sachkundeprüfung ablegen?
Den Nachweis der Sachkundeprüfung muss im Bewachungsgewerbe der Gewerbetreibende erbringen und das Wachpersonal in folgenden Tätigkeitsbereichen:
  • Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum oder in Hausrechtsbereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr (z.B. Citystreifen, Sicherheitspersonal in öffentlich zugänglichen Einkaufszentren oder Bahnhöfen)
  • Schutz vor Ladendieben (z.B. Ladendetektive; Türsteher im Eingangsbereich von Läden)
  •  Einlasskontrollen im Eingangsbereich von gastgewerblichen Diskotheken (z. B. Türsteher)
  • Bewachung von Aufnahmeeinrichtungen nach § 44 des Asylgesetzes und von Gemeinschaftsunterkünften nach § 53 des Asylgesetzes oder anderen Immobilien und Einrichtungen, die der auch vorübergehenden amtlichen Unterbringung von Asylsuchenden oder Flüchtlingen dienen, in leitender Funktion,
  • Bewachung von zugangsgeschützten Großveranstaltungen in leitender Funktion.
Personen, die am 01.12.2016 eine dieser beiden letztgenannten Tätigkeiten ausüben, haben bis zum 30. November 2017 Zeit, einen Sachkundenachweis zu erbringen.
Wegen des direkten Bürgerkontakts hält der Gesetzgeber eine besonders qualifizierte Durchführung dieser Wachaufgaben für besonders wichtig. Deshalb müssen Wachpersonen, die mit diesen wichtigen Tätigkeiten betraut sind, Grundlagen und Grenzen der ihnen zustehenden Rechte kennen und auch über Techniken und Maßnahmen zur vorbeugenden Konfliktbewältigung informiert sein. Der Unternehmer darf also kein Personal ohne Sachkundeprüfung in den genannten Bereichen einsetzen.
Ausnahmen
  • Personen mit bestimmten, durch Prüfungszeugnisse belegten, Ausbildungsabschlüssen (Laufbahnprüfung für den mittleren Dienst bei Polizei, Bundesgrenzschutz, Feldjägern, im Justizvollzugsdienst oder Fachkräfte für Schutz und Sicherheit, Werkschutzfachkräfte, Werkschutzmeister) sind von der Sachkundeprüfung befreit.
  • Besitzstandschutz (und damit ebenfalls Befreiung) genießen auch Personen, die am 1. Januar 2003 seit mindestens drei Jahren befugt und ohne Unterbrechung im Bewachungsgewerbe tätig waren.
Wo und wann kann die Sachkundeprüfung abgelegt werden?
Die Sachkundeprüfung wird in der Regel einmal monatlich zu bundeseinheitlichen Terminen von der SIHK abgenommen.
Die Termine und ein Anmeldeformular finden Sie rechts unter dem Punkt "Weitere Informationen".
Gibt es Zulassungsvoraussetzungen für die Teilnahme an der Prüfung?
Nein. Die Vorbereitung ist frei. Man kann selbständig lernen (siehe auch das Literaturverzeichnis unter "Weitere Informationen") oder an einem Vorbereitungskurs teilnehmen. Die SIHK bietet neben zahlreichen anderen Bildungsträgern entsprechenden Kurse an.
Die Prüfungssprache ist Deutsch. Ausreichende Sprachkenntnisse sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme an der Prüfung.
Was kostet die Sachkundeprüfung?
Die Gebühr für die Sachkundeprüfung beträgt 150 Euro. Bei Wiederholung der kompletten Prüfung oder der mündlichen Prüfung fällt die halbe Prüfungsgebühr an. Die Gebühr ist mit der Anmeldung zur Prüfung zu zahlen, anderenfalls kann keine Zulassung zur Prüfung erfolgen.
Wie läuft die Sachkundeprüfung ab?
Die Prüfung gliedert sich in einen schriftlichen und mündlichen Prüfungsteil. Zur mündlichen Prüfung ist nur zugelassen, wer den schriftlichen Teil bestanden hat.
Die schriftliche Prüfung besteht aus 72 multiple-choice Fragen. Sie dauert 120 Minuten und findet vormittags statt.
Je nach Teilnehmerzahl finden die mündlichen Prüfungen am gleichen Tag oder in der darauffolgenden Woche statt. Die mündliche Prüfung wird von einem dreiköpfigen Prüfungsausschuss abgenommen und dauert pro Prüfling etwa 15 Minuten.
Was wird geprüft?
  • Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung mit Gewerbe- und Datenschutzrecht
  • Bürgerliches Gesetzbuch
  • Straf- und Strafverfahrensrecht einschließlich Umgang mit Waffen
  • Unfallverhütungsvorschriften Wach- und Sicherheitsdienste
  • Umgang mit Menschen, insbesondere Verhalten in Gefahrensituationen und Deeskalationstechniken in Konfliktsituationen sowie interkulturelle Kompetenz unter besonderer Beachtung von Diversität und gesellschaftlicher Vielfalt
  • Grundzüge der Sicherheitstechnik.
Nähere Informationen bietet der bundeseinheitliche Rahmenstoffplan, den Sie unter "Weitere Informationen" finden.
Die Sachkundeprüfung ist nur bestanden, wenn sowohl der schriftliche als auch der mündliche Teil mit mindestens 50 Prozent der möglichen Punkte bestanden wurde. Die Prüfung kann beliebig oft wiederholt werden. Wenn die mündliche Prüfung nicht bestanden wird, kann diese innerhalb von 2 Jahren nach Bestehen des schriftlichen Teils wiederholt werden. Nach dieser Frist muss die komplette Prüfung wiederholt werden.