Verkehr

Autobahnen

Alle von der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) für den Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 angemeldeten Bundesfernstraßenprojekte sind in den neuen BVWP aufgenommen und auch vom Bundestag in die Ausbaugesetze übernommen worden. Darüber hinaus sind diese für die Wirtschaftsregion Südwestfalen wichtigen jetzt gesetzlich geregelten Vorhaben alle in die höchste Dringlichkeitsstufe „Vordringlicher Bedarf“ eingestuft worden.

A 1

Die Überprüfung der Tragfähigkeit vieler Autobahnbrücken hat auch im Bezirk der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) eine Reihe von Talbrücken identifiziert, die den Vorgaben nicht mehr genügen und somit saniert oder ersetzt werden müssen. Wenn Sie regelmäßig Informationen per E-Mail über den Stand der Arbeiten erhalten möchten, melden Sie hier für den Newsletter an und erhalten Sie die neuesten Informationen zu den Entwicklungen rund um die A1.

Talbrücke Volmarstein

Eine dieser Brücken ist die Talbrücke Volmarstein im Verlauf der der Autobahn A 1 zwischen den Anschlussstellen Volmarstein und Hagen West. Sie muss vollständig ersetzt werden.
Mit dem Neubau der sechsstreifigen Brücke unter laufendem Betrieb wurde Mitte 2017 begonnen. Planende und ausführende Institution für das Land Nordrhein-Westfalen ist die Deutsche Einheit Fernstraßen-planungs- und –bau GmbH (DEGES).
Aus Gründen der Verkehrssicherheit musste im Zusammenhang mit dem Brückenersatz, für den Zeitraum des Baus der Brückenhälfte Fahrtrichtung Bremen die Auffahrt der Anschlussstelle Volmarstein in Fahrtrichtung Bremen gesperrt werden. Von dieser Maßnahme waren zahlreiche Betriebe in den verschiedenen anliegenden Gewerbegebieten betroffen. Die Intervention der SIHK zu Hagen hat dazu geführt, dass nach Fertigstellung der Brückenhälfte Fahrtrichtung Bremen die Sperrung der Anschlussstelle aufgehoben werden konnte. Somit sind die in der Umgebung der Anschlussstelle Volmarstein angesiedelten Wirtschaftsbetriebe wieder in beiden Fahrtrichtungen an das deutsche Autobahnnetz angebunden.

Schwelmetalbrücke

Auch bei der Schwelmetalbrücke auf der Höhe der Anschlussstelle Wuppertal-Langerfeld müssen vier der sechs Fahrstreifen inklusive der dazu gehörenden Brückenpfeiler ersetzt werden.
In einer von den IHKn Hagen und Wuppertal-Solingen-Remscheid gemeinsam organisierten Informationsveranstaltung für interessierte Unternehmen stellten Vertreter der DEGES den geplanten Erneuerungsprozess vor. Mittlerweile sind die zwei älteren Fahrstreifen der Brücke Fahrtrichtung Köln abgebaut und entsorgt. Zurzeit beginnt der Neubau der zwei Fahrstreifen in Fahrtrichtung Köln. Anschließend wird der Gesamtverkehr auf das neue Brückenteil verlagert und der zweite alte Brückenteil ersetzt.

Autobahnbrücke Hengstey

Die Brücke, die zwischen den Anschlussstellen Hagen Nord und Hagen West liegt und acht Bahngleise sowie zwei Gemeindestraßen überspannt, wurde 1960 vierstreifig gebaut und 1985 im Zuge des sechsstreitigen Autobahnausbaus auf sechs Fahrstreifen erweitert. Auch in diesem Fall haben Kontrollberechnungen ergeben, dass die alten Teile der Brücke nicht mehr tragfähig sind und ausgetauscht werden müssen. Der Brückenersatz der Fahrtrichtung Köln läuft zurzeit. Der sechsstreifige Verkehrsfluss wird während der Bauzeit größtenteils aufrecht erhalten bleiben.

Brücke Eichholzstraße im Zuge der L 527

Nicht nur verschiedene Autobahnbrücken befinden sich in einem bedenklichen Zustand, so dass sie ausgetauscht werden müssen, sondern auch andere Brücken wie z. B.  innerstädtische oder Brücken im Zuge von Bundes- und Landesstraßen können ihre Tragfähigkeit eingebüßt haben.  Dieser Umstand trifft z.B. auf die Brücke Eichholzstraße über die Autobahn A 1 an der Anschlussstelle Gevelsberg zu. Die Brücke musste für den LKW-Verkehr genau in der Zeitperiode gesperrt werden, in der die Auffahrt der Anschlussstelle Volmarstein in Fahrtrichtung Bremen gesperrt wurde. Die Probleme des LKW-Verkehrs, der auf die Autobahn auffahren wollte, nahmen hierdurch deutlich zu.
Auf Vermittlung der SIHK zu Hagen mit Unterstützung der Stadt Gevelsberg gelang es, die Zeitspanne für den Ersatzneubau der Brücke durch den Einsatz einer Behelfsbrücke deutlich zu verkürzen, so dass schon wieder Anfang 2019 LKWs in Gevelsberg wieder in beiden Fahrtrichtungen auf die Autobahn auffahren können. Die Fertigstellung der eigentlichen Brücke im Zuge der L 527 ist dann durch die Existenz der Behelfsbrücke zeitunkritisch geworden.

A 45

Schon vor der Erarbeitung des neuen BVWP 2030 haben die Industrie- und Handelskammern Dortmund, Hagen und Siegen im Rahmen eines Masterplans A 45 auf die nicht nur für die regionale Wirtschaft große Bedeutung der Nord-Süd-Magistrale A 45 hingewiesen. In zwei Auftaktveranstaltungen in Siegen und Hagen warben die IHKs bei Mitgliedern des Bundestages und des Landtages NRW, bei Vertretern des Bundesverkehrsministeriums, des Landesverkehrsministeriums, der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg, der Kreise und kreisfreien Städte für die Instandsetzung bzw. den Neubau der zahlreichen defekten Talbrücken und für den sechsstreifigen Ausbau der Autobahn von Dortmund bis zum Gambacher Kreuz.
Mittlerweile wurde ein Beirat der Initiative Masterplan A 45 gegründet, dem Vertreter der verschiedenen Institutionen angehören. Dieser Beirat begleitet die jetzt eingeleiteten Arbeiten an der A 45 und hilft bei der Kommunikation mit den verschiedenen mit dem Autobahnbau in Verbindung stehenden Einrichtungen.
Um ihren deutlichen Willen zum Ausbau der Sauerlandlinie –wie die A 45 im Volksmund heißt-  zum Ausdruck zu bringen, gründeten die drei IHKs 2017 zusammen mit den regionalen Vertretungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes und mit Unterstützung des Verkehrsministeriums NRW in Lüdenscheid ein „Bündnis für Infrastruktur“ für diese Autobahn.
Seit dem 2. Dezember ist die A45 zwischen Lüdenscheid-Nord und Lüdenscheid in beiden Fahrtrichtungen voll gesperrt. Der Grund sind Schäden an der Talbrücke Rahmede, die bei einer Untersuchung festgestellt wurden.
Die Vollsperrung der A 45 bei Lüdenscheid trifft die Wirtschaftsregion bis ins Mark. Das Aktionsbündnis A45 fordert den schnellstmöglichen rechtssicheren Neubau der Rahmede-Brücke auf der A45 bei Lüdenscheid. Die dauerhafte Einschränkung dieser zentralen Lebensader des Wirtschaftsstandorts belastet die Menschen, die Unternehmen und die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Region unverhältnismäßig.

A 46

Auch der von der SIHK seit über 40 Jahren geforderte Lückenschluss der Autobahn A 46 zwischen Iserlohn und Neheim ist im BVWP 2030 und vom Bundestag in den korrespondierenden Ausbaugesetzen  im vordringlichen Bedarf verankert worden. Zum Bedauern der Wirtschaftsvertretung plant der Bund den östlichen Teil zwischen Menden und Neheim nur als dreistreifige Bundesstraße auf der Trasse der ursprünglich vorgesehenen Autobahn. Von Iserlohn bis Menden soll die Strecke als vierstreifige Autobahn verwirklicht werden.
Jetzt gilt es, die Planungen, für die der Landesbetrieb  NRW und die neu gegründete Autobahn GmbH des Bundes zuständig sind, voranzutreiben. Zu diesem Zweck führten Vertreter der SIHK zusammen mit Mitgliedern der Unternehmerinitiative Pro A 46 Gespräche sowohl mit dem damals amtierenden NRW-Verkehrsminister Michael Groschek als auch mit dem jetzigen Verkehrsminister Henrik Wüst in Düsseldorf.
Beide Minister sprachen sich für den Ausbau des Lückenschlusses aus.
Das von der letzten rot-grünen Koalition entworfene Modell der „Bündnisse für Infrastruktur“ führt der amtierende NRW-Verkehrsminister Wüst unter dem Namen „ Bündnis für Mobilität“ fort.
Dies nahmen die IHKs Arnsberg und Hagen zum Anlass, für den Lückenschluss der A 46 zwischen Hemer und Neheim zusammen mit den regionalen Vertretungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes  ein „Bündnis für Mobilität“ zu gründen.  Im März 2018 erfolgte im Beisein von NRW-Verkehrsminister Wüst der Gründungsakt im Grohe Technology Center in Hemer. Dem Bündnis schlossen sich zahlreiche wirtschafts- und bürgernahe Zusammenschlüsse an. Mittlerweile haben  bereits 20 Einrichtungen ihre Mitarbeit zugesagt. Es steht weiterhin allen Interessierten offen, sich zu beteiligen.
Im Juni 2018 veranstaltete das NRW-Verkehrsministerium ein erstes Infrastrukturforum in Essen. Ziel dieses Treffens der Vertreter der Bündnisse war die gegenseitige Information über die Planungen und die Baufortschritte der einzelnen Projekte sowie der Ausstauch über die Erfahrungen in Sachen frühzeitige Information der Öffentlichkeit.
Um die Öffentlichkeit frühzeitig über den Fortschritt in Sachen A 46 zu informieren, gründete der Landesbetrieb Straßenbau NRW Ende 2018 ein Dialog Forum 46sieben, in dem auch die SIHK  mit arbeitet. In der ersten Phase durchlaufen alle Teilnehmer des Dialog Forums alle Planungsschritte bis zum Linienbestimmungsverfahren.

A 45 und A 46: Infrastrukturforum des Bündnisses für Mobilität

Die SIHK zu Hagen beteiligt sich zusammen mit A 45- und A 46- Bündnispartnern am Erfahrungsaustausch in Essen.
Infrastrukturforums mit NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und IHK-Vertretern
Die frühe Bürgerbeteiligung schon vor Beginn der eigentlichen Planung ist ein wichtiges Instrument, um mehr Akzeptanz in der Gesellschaft für große Infrastrukturprojekte zu schaffen. Dies war die Kernaussage des ersten Infrastrukturforums, zu dem NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst zehn Bündnisse für Infrastruktur/Mobilität zu einem ersten Gedanken- und Erfahrungsaustausch nach Essen eingeladen hatte. Neben beispielsweise den namhaften Projekten Leverkusener Brücke, Brücke Duisburg Neuenkamp, S-Bahn Knoten Köln und Rheinquerung Wesseling waren auch die beiden im SIHK-Bezirk gegründeten Bündnisse für die Autobahnen A 45 und A 46 mit dabei.
Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist ein wichtiger Faktor für die für Bürger und Wirtschaft gleichermaßen notwendige Mobilität. Leider sind heutzutage Straßen, aber auch Eisenbahnstrecken völlig überlastet. Staus und übervolle Züge sind die Auswirkungen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Verkehrsinfrastruktur nicht nur ausgebaut, sondern aufgrund des übermäßigen Verschleißes auch umfangreich saniert werden muss. Ausbau und Instandsetzung von Straßen und Schiene stoßen aber häufig auf Widerstände in der Bevölkerung.
Um die Ausbau- und Instandsetzungsprozesse reibungsloser und zeitsparender zu  gestalten, hat die Landesregierung NRW das Instrument der Bündnisse für Mobilität entwickelt und propagiert. Schon zahlreiche Institutionen haben sich diesem Vorschlag angeschlossen und zusammen mit dem NRW-Verkehrsministerium ein Bündnis für Infrastruktur oder Mobilität gegründet. Sie unterstützen damit die Bemühungen der NRW-Landesregierung, Autobahnen auszubauen, Stauschwerpunkte zu beseitigen und Autobahnlücken zu schließen. Regionale Bündnisse der Infrastruktur oder der Mobilität signalisieren häufig den Willen der breiten Masse zum Bau von Großprojekten und tragen zusätzlich dazu bei, die Akzeptanz für Infrastrukturprojekte in der Bevölkerung frühzeitig zu steigern.
Während der umfangreiche Brückenneubau entlang der Autobahn A 45 und der sechsstreifigen Ausbau der Strecke auf breite Zustimmung stößt, gehen die Meinungen zum Lückenschluss der Autobahn A 46 zwischen Hemer und Neheim in der Region auseinander. Für die jetzt vom Bund beim Land NRW in Auftrag gegebenen Planungen des Lückenschlusses soll deshalb die interessierte Öffentlichkeit vor Planungsbeginn  in die Erarbeitung eines Beteiligungskonzeptes einbezogen werden. Ein solcher Prozess wird auch als „Beteiligungsscoping“ bezeichnet. Die entsprechenden Gespräche werden vom Landesbetrieb Straßenbau NRW und der Autobahn GmbH des Bundes vorbereitet. Anfang 2021 soll die 5. Sitzung des Gremiums „Dialog Forum 46sieben“ stattfinden.
Weitere Informationen finden Sie auch auf der A 45-Bündniswebseite.