Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

Ausbildungsprämie

Mit dem Bundesprogramm “Ausbildungsplätze sichern” sollen Ausbildungsbetriebe unterstützt werden, das Ausbildungsplatzangebot aufrecht zu erhalten. Im Einzelnen sollen dazu Ausbildungskapazitäten erhalten und ausgebaut, Kurzarbeit für Auszubildende vermieden, die Auftrags- und Verbundausbildung gefördert und Anreize zur Übernahme im Falle einer Insolvenz geschaffen werden.
Wichtiger Hinweis: Die Antragsstellung und Abwicklung läuft über die Agentur für Arbeit.

Aktuelles

Um die Zahl der Ausbildungsverträge zu stabilisieren, wurde die seit 1. August 2020 bestehende erste Förderrichtlinie des Bundesprogramms "Ausbildungsplätze sichern" verlängert.
  • Der Kreis der förderberechtigen Betriebe wird auf Unternehmen bis 499 Mitarbeiter ausgeweitet.
  • Die bisherige Ausbildungsprämie für Betriebe, die ihr Ausbildungsniveau halten, wird für das nächste Ausbildungsjahr von 2. 000 Euro auf 4. 000 Euro erhöht.
  • Die Ausbildungsprämie plus für Betriebe, die ihr Ausbildungsniveau steigern, wird für das nächste Ausbildungsjahr von 3.000 Euro auf 6.000 Euro erhöht.
  • Die Zuschüsse zur Vermeidung von Kurzarbeit während einer Ausbildung werden attraktiver: Künftig können auch Zuschüsse zur Vergütung der Ausbilderin oder des Ausbilders gezahlt werden. Wie bisher kann zudem die Ausbildungsvergütung bezuschusst werden
  • Außerdem wird ein Lockdown-11-Sonderzuschuss (in Höhe von 1.000 Euro) für ausbildende Kleinstunternehmen eingeführt, wenn der Ausbildungsbetrieb mit bis zu vier Mitarbeitern im aktuellen Lockdown seine Geschäftstätigkeit nicht oder nur noch im geringen Umfang (wie z. B. beim Außerhausverkauf von Restaurants) wahrnehmen durfte und die Ausbildung dennoch fortgeführt hat.
  • Die Übernahmeprämie wird bis Ende 2021 verlängert. Für den Fall, dass ein Ausbildungsplatz wegen Insolvenz des Betriebes verlorengeht, wird die Förderhöhe bei Übernahme dieser Auszubildenden auf 6.000 Euro verdoppelt. Gefördert wird jetzt auch die Übernahme von Auszubildenden, deren Ausbildungsvertrag pandemiebedingt beendet wird.
  • Zukünftig wird auch die Prüfungsvorbereitung von Azubis gefördert. Betriebe können die Hälfte der Kurskosten erstattet bekommen, maximal 500 Euro pro Azubi.

Bescheinigung der SIHK (E-Mail: ausbildungspraemie@hagen.ihk.de)

Bei der Antragstellung bei der Agentur für Arbeit ist eine Bescheinigung der zuständigen Stelle (SIHK) einzureichen. Antragsberechtigt sind Unternehmen bis 499 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Bitte beachten Sie die Förderrichtlinie. Die Bescheinigungsformulare senden Sie bitte ausschließlich per E-Mail an das Postfach ausbildungspraemie@hagen.ihk.de. Die SIHK wird die unterschriebenen Bescheinigungen dann schnellstmöglich per E-Mail zurücksenden. Diese fügen Sie bitte anschließend dem Antrag bei der Agentur für Arbeit bei.

Welche Maßnahmen werden gefördert?

Das Hilfsprogramm für kleine und mittlere Unternehmen (bis 499 Mitarbeiter) umfasst insgesamt 700 Millionen Euro. Die Ausbildungsprämie soll dabei helfen, Ausbildungsplätze zu sichern, die durch die Corona-Pandemie bedroht sind.
Folgende Maßnahmen sollen gefördert werden:
  1. Ausbildungsprämie (Ausbildungsangebot fortführen): Ausbildende Unternehmen, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, werden mit einer Ausbildungsprämie gefördert. Sie erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 2.000 Euro (nach Abschluss der Probezeit). Für das neue Ausbildungsjahr (Ausbildungsstart Sommer 2021) wird die Prämie zum 1. Juni 2021 auf 4.000 Euro verdoppelt.
  2. Ausbildungsprämie Plus (Ausbildungsangebot erhöhen): Ausbildende Unternehmen, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöhen, erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 3.000 Euro (nach Abschluss der Probezeit). Die Ausbildungsprämie plus für Betriebe, die ihr Ausbildungsniveau steigern, wird für das nächste Ausbildungsjahr (Ausbildungsstart Sommer 2021) von 3.000 Euro auf 6.000 Euro erhöht.
  3. Vermeidung von Kurzarbeit: Unternehmen, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls (mindestens 50 Prozent) ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, werden mit 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat gefördert, in dem dies der Fall ist. Der Zuschuss zur Ausbildungsvergütung kann für die Monate August bis Juni 2021 beantragt werden. Darüber hinaus können Zuschüsse zur Vergütung der Ausbilderin oder des Ausbilders gezahlt werden.
  4. Auftrags- und Verbundausbildung: Wenn Unternehmen die Ausbildung temporär nicht fortsetzen können, können andere Unternehmen, Überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister zeitlich befristet die Ausbildung übernehmen und dafür Förderung erhalten. Dies gilt, wenn der Geschäftsbetrieb des ursprünglich ausbildenden KMU vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Auflagen betroffen ist, die eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs maßgeblich behindern. Es ist möglich, eine Prämie in Höhe von bis zu 8.000 Euro für Auftrags- oder Verbundausbildungen zu beantragen.
  5. Übernahmeprämie: Unternehmen, die Auszubildende aus Corona-bedingt insolventen Unternehmen bis zum Abschluss ihrer Ausbildung übernehmen, erhalten je Auszubildendem eine Prämie von 6.000 Euro. Gefördert wird jetzt auch die Übernahme von Auszubildenden, deren Ausbildungsvertrag pandemiebedingt beendet wird.
  6. Lockdown-11-Sonderzuschuss: Außerdem wird ein Lockdown-11-Sonderzuschuss (in Höhe von 1.000 Euro) für ausbildende Kleinstunternehmen eingeführt, wenn der Ausbildungsbetrieb mit bis zu vier Mitarbeitern im aktuellen Lockdown seine Geschäftstätigkeit nicht oder nur noch im geringen Umfang (wie z. B. beim Außerhausverkauf von Restaurants) wahrnehmen durfte und die Ausbildung dennoch fortgeführt hat.
  7. Prüfungsvorbereitung: Die Prüfungsvorbereitung von Azubis wird gefördert. Betriebe können die Hälfte der Kurskosten erstattet bekommen, maximal 500 Euro pro Azubi.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Für alle fünf Maßnahmen gilt:
  • Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern können Förderanträge stellen. Als Beschäftigtenzahl wird die Zahl der Mitarbeiter/-innen in Vollzeitäquivalenten zugrunde gelegt. Bei Ausbildungsverbünden werden die Beschäftigten der einzelnen Unternehmen zusammen berücksichtigt.
  • Für die Förderung kommen Unternehmen in Betracht, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen durchführen. Praktika sind ausgeschlossen. Es wird nur eine Prämie pro Ausbildung gezahlt.
  • Neben diesen Förderungen sind keine Leistungen mit gleicher Zielrichtung oder gleichem Inhalt aus anderen Programmen des Bundes oder der Länder möglich. Das Unternehmen entscheidet, welche Förderung es in Anspruch nehmen will.
Zu 1. und 2. Ausbildungsprämien (Ausbildungsangebot fortführen oder erhöhen)
Antragsberechtigt sind Unternehemen (bis 499 Mitarbeitern), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind.
Davon ist auszugehen, wenn die Umsätze des Ausbildungsbetriebes im Zeitraum April bis Dezember 2020
  • entweder in zwei Monaten durchschnittlich um mindestens 50 Prozent
  • oder in fünf zusammenhängenden Monaten durchschnittlich um mindestens 30 Prozent
unter dem Vorjahresniveau liegen.
Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen. Zuvor hatten Betriebe Umsatzrückgänge von durchschnittlich mindestens 60 Prozent in April und Mai 2020 nachweisen müssen.
Zu 3. Vermeidung von Kurzarbeit
Antragsberechtigt sind Unternehmen, die ihre Auszubildenden sowie deren Ausbilder trotz Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb, bedingt durch die COVID-19-Krise, nicht in Kurzarbeit bringen.
Zu 4. Auftrags- und Verbundausbildung (AzubiSharing)
Antragsberechtigt sind Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus anderen Unternehmen im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate im eigenen Betrieb ausbilden und über die hierfür notwendige Ausbildungseignung verfügen und ÜBS sowie andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die Auszubildende aus Unternehmen im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate ausbilden.Voraussetzung ist, dass die Ausbildung im Stammbetrieb nicht begonnen oder weitergeführt werden kann, weil dieser vollständig oder zu wesentlichen Teilen aufgrund der Corona-Pandemie von Schließungen oder erheblichen Einschränkungen betroffen ist.
Bei einer Auftragsausbildung werden einzelne Teile einer Ausbildung außerhalb des eigentlichen Ausbildungsbetriebes durchgeführt. In einer Verbundausbildung bilden Betriebe gemeinsam mit anderen Unternehmen oder Bildungsträgern Auszubildende aus.

Welche Fristen müssen beachtet werden?

Zu 1. und 2. Ausbildungsprämien:
Der Antrag ist spätestens drei Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit des jeweiligen Ausbildungsverhältnisses zu stellen.
Zu 3. Vermeidung von Kurzarbeit
Der Zuschuss zur Ausbildungsvergütung kann für die Monate August 2020 bis Juni 2021 beantragt werden. Ursprünglich galt diese Regelung nur bis Ende 2020.
Zu 4. Auftrags- und Verbundausbildung
Die Vereinbarung über die Auftrags- oder Verbundausbildung muss zwischen dem 24.06.2020 und dem Ablauf des 30.06.2021 geschlossen werden. Umgesetzt wird die Förderung von der Knappschaft Bahn-See. Anträge können dort bis zum 30.09.2021 unter der Internetseite www.kbs.de/bpa gestellt werden.
Zu 5. Übernahmeprämie: 
Die Übernahmeprämie wird für jeden Ausbildungsvertrag gewährt, der ab Inkrafttreten der Förderrichtlinie bis zum 30. Juni 2021 zur unmittelbaren Fortführung der Berufsausbildung abgeschlossen wird. Der Antrag ist spätestens drei Monate nach dem 11. Dezember 2020 oder nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit des jeweiligen neu begründeten Ausbildungsverhältnisses zu stellen.

Wie lange gilt die Förderung?

Förderungen sollen für folgende Zeiträume möglich sein:
  • Zu 1. und 2. Ausbildungsprämien: 
    für das Ausbildungsjahr 2020/2021 und 2021/2022.
  • Zu 3. Vermeidung von Kurzarbeit:
    bis zum 31. Dezember 2021.
  • Zu 4. Auftrags- und Verbundausbildung: 
    bis zum 30. September 2021.
  • Zu 5. Übernahmeprämie: 
    bis 31. Dezember 2021.
Die Förderrichtlinie erhalten Sie hier.

Wo kann ich einen Antrag stellen?

Zuständig für die Antragsbearbeitung, Beratung und Bewilligung der Zuwendungen ist die Bundesagentur für Arbeit. Eine Antragstellung ist seit dem 3. August bei der Agentur für Arbeit möglich.
Kontakt:
Den Arbeitgeber-Service erreichen Sie über das Kontaktformular oder telefonisch unter 0800 4 555520 (gebührenfrei).

Bescheinigung der SIHK

Bei der Antragstellung bei der Agentur für Arbeit ist eine Bescheinigung der zuständigen Stelle (SIHK) einzureichen. Antragsberechtigt sind Unternehmen (bis 499 Mitarbeitern), die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Bitte beachten Sie die Förderrichtlinie. Die Bescheinigungsformulare senden Sie bitte ausschließlich per E-Mail an das Postfach ausbildungspraemie@hagen.ihk.de. Die SIHK wird die unterschriebenen Bescheinigungen dann schnellstmöglich per E-Mail zurücksenden. Diese fügen Sie bitte anschließend dem Antrag bei der Agentur für Arbeit bei.
18. März 2021