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IHK24

SIHK fordert Aussetzung der Lkw-Mauterhöhung

(22. Juli 2009) Die Südwestfälische Industrie-und Handelskammer zu Hagen (SIHK) fordert eine Aussetzung der letztenMauterhöhung, denn viele mittelständische Straßentransportunternehmen habenExistenznöte. Die seit Anfang dieses Jahres angehobenen Mautsätze verschärfendie kritische Situation im Transportgewerbe aufgrund der allgemeinenschwierigen Wirtschaftslage, die besonders die Spediteure trifft und aufgrundder steigenden Kosten, die die neuen EU-Sozialvorschriften verursachen. Diedrastische Mauterhöhung zu Beginn des Jahres in Höhe von 40 bis 90 Prozent (jenach Emissionsklasse und Achszahl) ist für viele kleinere Transportunternehmerder Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Ein Großteilder Transportunternehmen im Fernverkehr ist von der Mauterhöhung negativbetroffen. Durchschnittlich sind die Mautausgaben um 45 Prozent gestiegen. MarcSimon, Vorsitzender des SIHK-Verkehrsausschusses, betont: „Besonders teuer wirdes für die EURO 3 Fahrzeuge, die zum Teil aber noch nicht einmal drei Jahre altsind, und somit auch noch nicht abgeschrieben sind. Da diese Fahrzeuge abergegenwärtig einem sehr großen Wertverlust unterliegen und fast nicht mehrverkäuflich sind, müssen die betroffenen Verkehrsunternehmen aufgrund ihresschlechteren Rankings zur Finanzierung neuer EURO 5 oder 6 Fahrzeuge den Bankenhöhere Sicherheiten nachweisen. Eine aus ökologischen Gründen sinnvolleFlottenerneuerung ist unter diesen Voraussetzungen fast unmöglich geworden”.

Um die enormenMehrkosten abzufedern, gehen viele Transportunternehmen dazu über, kostenintensiveFahrzeuge stillzulegen. Auch Fahrerentlassungen stehen seit Anfang des Jahres aufder Tagesordnung. SIHK-Verkehrsexperte Jan Tornow: „Die Bemühungen derTransporteure, die gestiegene Maut auf die Verlader abzuwälzen, sind leideraufgrund der schlechten finanziellen Situation der produzierenden Betriebe nurin sehr geringem Umfang geglückt. Somit müssen die Güterkraftverkehrsunternehmendie Zusatzbelastungen selbst tragen”.

Als Konsequenzaus diesem Dilemma fordert die SIHK eine sofortige Aussetzung der Mauterhöhung.„Die Mauterhöhung ist unter dem Eindruck der Hochkonjunktur beschlossen wordenund wirkt sich jetzt krisenverschärfend und als Anti-Konjunkturprogramm für dieVerkehrswirtschaft aus. Anders als in vielen Branchen geht es dabei nicht umstaatliche Hilfen, sondern um den Schutz vor zusätzlichen staatlichenBelastungen”, sagt SIHK-Verkehrsexperte Jan Tornow.

Nach Auffassungder SIHKmüssen auch die europäischen Pläne für eine Stau-Maut umgehend gestopptwerden. Das EU-Parlament hat mit dem Beschluss zur Revision derEurovignetten-Richtlinie den Weg für eine solche Zusatzsteuer geebnet. Danachkönnen Lkw zukünftig auf besonders staubelasteten Strecken mit bis zu 65Cent/km zur Kasse gebeten werden. Momentan liegt der durchschnittliche Mautsatzbei 18,5 Cent/km. Allein in Deutschland kommen über 1.000 Autobahn-Kilometerfür eine Stau-Maut in Frage. Würden zehn Prozent der Lkw-Fahrleistung mit derzusätzlichen Stau-Maut belastet, ergäben sich nach Berechnung des DIHKMehrkosten von jährlich 1,8 Mrd. Euro, das wäre für viele Frachtführer dasEnde.

DOKUMENT-NR. 9643

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