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Auftakt Hagen (2,762 KB) (Dokument-Nr.: 10815)
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(19. April 2010) Immer mehr Unternehmen geben ihren Auszubildenden Nachhilfe, um Schuldefizite aufzuarbeiten. Ein Thema, das die Medien momentan beherrscht. Das SIHK-Projekt „Hauptschüler fit für die Ausbildung”, das sich zum Ziel setzt, Hauptschüler der Klasse 10 fit für die Ausbildung zu machen, setzt genau an dieser Stelle an. Es bereitet die Schüler gezielt auf die Ausbildung vor und geht in diesem Jahr bereits in die dritte Runde. Unterstützt wird das Projekt von den Agenturen für Arbeit in Hagen und Iserlohn der Deutschen BP Stiftung, der Deutschen Bank Stiftung, der Familienstiftung Grohe und zahlreichen heimischen Unternehmen.
Oft haben es Hauptschüler schwer, gleich nach der Schule einen Ausbildungsplatz zu finden. Andererseits braucht die heimische Industrie dringend qualifizierten Nachwuchs für technische Berufe. 5 Hauptschülerinnen und 32 Hauptschüler der jetzigen Klasse 9, die an technischen Berufen interessiert sind, lernen ein Jahr lang freitags nach der Schule und samstags in einer der drei SIHK-Technischen Bildungsstätten in Hagen (16 Schüler), Hemer (9 Schüler) oder Lüdenscheid (12 Schüler) die Tätigkeiten in Metallberufen in der Praxis kennen. Sechs Wochen ihrer Schulferien verwenden sie zudem für ein betriebliches Praktikum. Insgesamt umfasst das Projekt mehr als 500 Freizeitstunden.
Für die Agenturen für Arbeit Hagen und Iserlohn, die gut die Hälfte des Projektes finanzieren, ist diese Fördermaßnahme ein wichtiger Beitrag, um das besondere Engagement von Schülerinnen und Schülern im Übergang von der Schule in den Beruf zu unterstützen. Die praxisnahe und betriebsbezogene Ausrichtung des Projektes stärkt die Ausbildungsfähigkeit der Hauptschüler.
In dem Projekt „Hauptschüler fit für die Ausbildung” lernen die Jugendlichen eine technische Zeichnung zu lesen, Stahl, Aluminium und Kunststoffe zu bearbeiten, aber auch, wie man moderne Dreh- und Fräswerkzeuge bedient. „Nebenbei wird berufsbezogen Deutsch und Mathematik vermittelt und das Verhalten im Beruf trainiert”, so SIHK-Projektleiter Gerd Eigenbrodt. Technische Texte und Berichte zu verstehen, zu verfassen und Berechnungen für praktische Aufgaben in der Metallbearbeitung durchzuführen, stellt für die erfolgreichen Projektteilnehmer dann kein Problem mehr da. „Ausdauer und echter Wille, eine fundierte Ausbildung nach der Schule zu machen, sind hier zwingende Voraussetzungen. Zuverlässigkeit ist oberstes Gebot”, betont Eigenbrodt. Etwas, worauf die Unternehmen großen Wert legen.
Die Schüler lernen die Ausbildungsunternehmen in den drei Betriebspraktika kennen. Passen Betrieb und Praktikant nicht zusammen, wird im nächsten Praktikum gewechselt. Jedem Teilnehmer wird ein Praktikumsbetrieb vermittelt, den er mit Bus und Bahn erreichen kann und der zu seiner Berufsperspektive passt. Die Netzwerke zwischen Schulen, Unternehmen und SIHK-Bildungsstätten werden durch das Projekt gestärkt. Die Ausbilder der SIHK, die das Projekt vor Ort durchführen, stellen den Kontakt zwischen den Schulen und Betrieben her und betreuen die Betriebspraktika. Eine sozialpädagogische Betreuung der Schüler gehört ebenfalls dazu.
Teilnehmer, die keine Bestnoten aus der Schule mitbringen und sich in der Theorie noch schwer tun, erhalten in diesem Projekt der SIHK eine Chance. Im Gegensatz zu den ersten beiden Durchläufen startet das Programm in diesem Jahr bereits im April und nicht erst zu Beginn des neuen Schuljahres. „Die Schülerinnen und Schüler sollen sich dadurch wesentlich früher bei den möglichen Ausbildungsbetrieben bewerben können. Zudem kam das Programm für viele Unternehmen zu spät, sie hatten die Ausbildungsplätze schon besetzt, bevor sie die Schüler in den Praktika kennen lernen konnten”, erklärt Gerd Eigenbrodt. Zwar führe dies dazu, dass sich die Teilnehmer des zweiten und des dritten Durchgangs in den Bildungsstätten treffen, dies sei jedoch bedacht. „Dies ist der Grund, warum wir dieses Mal eine geringere Teilnehmerzahl haben als in den vergangenen Jahren”, so Eigenbrodt.
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