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Südwestfälische Wirtschaft 03/09: "Erste Erfolge nach
einem halben Jahr"
Das Hauptschulprojekt der SIHK läuft gerade ein halbes Jahr und
schon jetzt haben viele der teilnehmenden Schüler ihren
Ausbildungsvertrag in der Tasche.
Eine gesicherte Ausbildungsstelle ist für alle Schülerinnen und
Schüler das wichtigste nach ihrer Schullaufbahn. In dem
SIHK-Projekt „Hauptschüler fit für die Ausbildung” nutzen
zahlreiche von ihnen ihre Chance, nach dem Abschluss einen
gesicherten Ausbildungsplatz zu bekommen. Unterstützt wird das
Projekt von der Deutschen BP Stiftung, der Deutschen Bank Stiftung,
der Familienstiftung Grohe und den Agenturen für Arbeit in Hagen
und Iserlohn. Seit August vergangenen Jahres arbeiten die
Projektteilnehmer der Klassen 10 jeden Freitag nach der Schule und
jeden Samstag in den jeweiligen Technischen Bildungsstätten der
SIHK. In den Ferien absolvieren sie Praktika (insgesamt sechs
Wochen) in einem örtlichen Unternehmen. „Das macht mir nichts aus,
dass ich nach der Schule noch hier arbeiten muss. Das ist zwar
meine Freizeit, die ich opfere, aber eine Ausbildung ist
wichtiger”, sagt die 17-jährige Anna Behr. Sie hat ihr Praktikum
bei Plastiform in Wetter gemacht, möchte gerne Verfahrens- oder
Industriemechanikerin werden. Der Vorteil des Projektes: Wer das
Vorbereitungsprogramm durchgehalten hat, bekommt am Ende des
Schuljahres sicher einen Ausbildungsplatz. Und gerade Teilnehmer,
die keine Bestnoten aus der Schule mitbringen und sich in der
Theorie noch schwer tun, erhalten in diesem Projekt eine
Chance.
Manche Ausbildungsplätze
sind schon jetzt sicher
Amira Maalaoui kann sich sogar schon jetzt freuen. Sie hat eine
Ausbildungszusage der Firma Burg aus Wetter. „Hier habe ich auch
mein Praktikum gemacht. Das hat mir richtig gut gefallen”, sagt die
16-Jährige. Das Projekt habe ihr in jedem Fall was gebracht.
„Dadurch wurden doch erst Kontakte und Möglichkeiten hergestellt.”
Theodor Stuckert unterschreibt seinen Vertrag demnächst bei der
Firma Lück Schrauben in Gevelsberg. Hier hat er zusätzlich noch ein
Jahrespraktikum absolviert. „Ich habe natürlich gehofft, dass das
mit der Ausbildungsstelle klappt. Das Projekt kann ich nur jedem
empfehlen.” Christopher Pällmann aus Menden kann das nur
bestätigen. Er hat einen Ausbildungsvertrag bei der Firma Bega in
Menden unterschrieben. „Das habe ich nur mit Hilfe des Projektes
geschafft”, sagt der 16-Jährige.
Burak Soyani aus Plettenberg geht in die Lüdenscheider
Bildungsstätte und schätzt das Programm noch aus anderen Gründen.
„Hier lernen wir ja auch Dinge wie Mathematik. So kann ich mich
auch auf diesem Gebiet verbessern”, sagt der 17-Jährige, der gerne
Industriemechaniker werden möchte. Wie seine jungen Kollegen könnte
er sich aber auch ähnliche Berufe aus dem metalltechnischen Bereich
vorstellen.
Insgesamt umfasst das Projekt „Hauptschüler fit für die
Ausbildung” rund 370 Lern- und Arbeitsstunden und knapp 200 Stunden
Praktikum im Betrieb. Die Schüler lernen hier Grundwissen aus dem
metalltechnischen Bereich wie bohren, senken, feilen, biegen,
schweißen, löten, drehen und fräsen. Aber auch technisches Zeichnen
steht auf dem Stundenplan. „Nebenbei wird berufsbezogen Deutsch und
Mathematik vermittelt und das Verhalten im Beruf trainiert”, so
SIHK-Projektleiter Gerd Eigenbrodt. Nebenher gibt es regelmäßig
eine sozialpädagogische Betreuung. „Das Potential bei den
Teilnehmern ist da. Das Durchhaltevermögen ist wichtig”, sagt
Ausbilder Peter Stich aus Hagen. „Ausdauer und echter Wille, eine
fundierte Ausbildung nach der Schule zu machen, sind hier zwingende
Voraussetzungen. Zuverlässigkeit ist oberstes Gebot”, meint auch
Gerd Eigenbrodt.
An dem Projekt beteiligen sich viele der heimischen Unternehmen,
was für die Vermittlung der Jugendlichen wichtig ist. „Das große
finanzielle Engagement der heimischen Unternehmen und ihre
Bereitschaft, Praktikums- und Ausbildungsplätze zur Verfügung zu
stellen, ist Zeichen ihres sozialen Engagement für Hauptschüler und
verdeutlicht zugleich das große Interesse der Wirtschaft an
Auszubildenden”, betont SIHK-Präsident Harald Rutenbeck.
Auch in diesem Jahr findet das Projekt statt. Interessierte
Schüler schicken ihre komplette Bewerbung direkt an die Stabstelle
„Schule-Wirtschaft” der SIHK. Auch interessierte Unternehmen können
sich hier über das Projekt informieren.
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