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IKEA kommt?!

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Herbert A. Dabringhaus
Tel.: 02331 390-277
Fax: 02331 390-362

Dokument-Nummer: 11160

IKEA kommt?!

Auf einer Veranstaltung im Sparkassen-Finanzcenter Gevelsberg informierte die SIHK Händler und Politiker über die Pläne von IKEA, einen Homepark am Autobahnkreuz Wuppertal-Nord zu bauen.

Herbert A. Dabringhaus, Stefan Kruse, Claus Jacobi und Hans-Peter Rapp-Frick (v.l.) bei der anschließenden Diskussionsrunde. 

 

Ob die Vase auf dem Tisch, die Gardine am Fenster, das Handtuch im Bad oder die Pfanne im Küchenschrank: In fast jedem Haushalt gibt es IKEA. Oftmals sind es jedoch keine Möbelstücke, sondern Teile des sogenannten „Randsortiments“, das der schwedische Möbelkonzern anbietet. Eine Sache, die vielen umliegenden Kommunen und Einzelhändlern Kopfschmerzen bereitet. So auch aktuell im Ennepe-Ruhr-Kreis und den benachbarten Städten und Gemeinden.

IKEA plant unmittelbar am Autobahnkreuz Wuppertal-Nord auf dem Stadtgebiet Wuppertal (bisher Gelände der Fertighausausstellung) ein Einrichtungshaus sowie ein Fachmarktzentrum zu errichten. Die Ansiedlung mit einer Gesamtverkaufsfläche von zweimal 25.000 Quadratmetern wird nach Einschätzung von Hans-Peter Rapp-Frick, Hauptgeschäftsführer der SIHK, erhebliche Auswirkungen auf die Kundenströme und den Einzelhandel in den Städten des SIHK-Bezirks haben. „Nicht nur die im direkten Einzugsbereich der Ansiedlung gelegenen Städte Sprockhövel, Schwelm und Gevelsberg, sondern der komplette Ennepe-Ruhr-Kreis, die Stadt Hagen und Teile des Märkischen Kreises werden betroffen sein“, erklärt Rapp-Frick. Nach derzeit vorliegenden Informationen sollen das Einrichtungshaus und das Fachmarktzentrum eine Verkaufsfläche von insgesamt 50.000 Quadratmetern haben.

Rund die Hälfte davon nutzt der Möbelkonzern selbst, die andere Hälfte soll, so die ersten Vorstellungen, von anderen Fachmärkten, darunter ein Gartencenter, ein Elektronikmarkt und ein großes Sportfachgeschäft, genutzt werden. „Genau diese Ansiedlungen sind für die umliegenden Innenstädte relevant“, sagt Stefan Kruse vom Gutachterbüro Junker und Kruse aus Dortmund.

Nach den gesetzlichen Vorschriften, so Kruse, sei die sachliche Zuordnung zwischen Kern- und Randsortiment, notwendig. Dies sei bei IKEA, das sich mittlerweile nur noch mit sogenannten „Homeparks“ ansiedelt, häufig fraglich.

Fast die Hälfte des Kaufkraftstroms, der zum neuen Homepark nach Wuppertal fließen soll, kommt dann aus dem Bezirk der SIHK, wie Herbert A. Dabringhaus von der SIHK aus IKEA-Angaben ableitete. Die Kaufkraft würde durch die Ansiedlung aus den Innenstädten abgezogen. „Kunden, die den IKEA-Homepark am Autobahnkreuz Wuppertal-Nord besuchen, fahren anschließend nicht in eine anliegende Innenstadt, um weiter einzukaufen“, so SIHK-Hauptgeschäftsführer Hans-Peter Rapp-Frick. Besonders unter dem Aspekt, dass gerade die Innenstädte in den vergangenen Jahren mit einem Millionenaufwand von der öffentlichen Hand attraktiver gemacht wurden, sei es wichtig, dies zu verhindern. Diese Investitionen könnten mit einem Schlag zunichte gemacht werden.

Wichtig sei, betonte Rapp-Frick, dass die Kammer nicht etwa den Wettbewerb verhindern wolle. „Wir wollen aber Waffengleichheit im Wettbewerb“, so Rapp-Frick. „Unser Ziel muss es sein, die Kathedralen des Konsums – die Einkaufscenter – wieder in die Innenstädte zu holen.“

Auch Gevelsbergs Bürgermeister Claus Jacobi machte seine Haltung schnell deutlich. Er werde mit den Bürgermeisterkollegen sprechen, um eine enge Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Kommunen zu pflegen und das Projekt „IKEA“ in Wuppertal gemeinsam zu verhindern.

235 Millionen Euro Kaufkraft würde das Zentrum an sich binden. Im Schnitt macht IKEA pro Betrieb 73,3 Millionen Euro Umsatz pro Jahr. Der Umsatz des Homeparks variiere, so Stefan Kruse, stark nach der jeweiligen Zusammensetzung. So machen ein Sport- und ein Elektromarkt mehr Umsatz, als ein Fahrradfachmarkt oder Möbelspezialist.  „Die SIHK sieht“, so Rapp-Frick, „mit dieser Ansiedlung das seit Jahren gemeinsam verfolgte Ziel, den Standort Innenstadt zu stärken, gefährdet.“ Nicht zuletzt aufgrund der Forderungen der SIHK haben die Städte kommunale Einzelhandelskonzepte erarbeitet, um die Innenstädte zu stärken und die Nahversorgung sicher zu stellen. „Diese Bestrebungen werden durch Ansiedlungen auf der grünen bzw. grauen Wiese konterkariert.“



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