Aufgaben und Tätigkeiten (Kurzform)
Sie gestalten und fertigen Packmittel, die den Produktinhalt optimal schützen und gleichzeitig für das Produkt werben. Bei der Entwicklung berücksichtigen Packmitteltechnologen/-technologinnen daher sowohl die praktische Funktion als auch ästhetische und werbende Aspekte. Gleichermaßen beziehen sie Kundenvorgaben, Verpackungsmittelkosten und ökologische Überlegungen in die Gestaltung ein. Am Computer erstellen sie die Kontur für die Stanzformen und stellen maschinell oder manuell Muster her und prüfen diese, bevor die Muster mit dem Kunden abgesprochen werden.
In der Packmittelfertigung planen sie den Materialbedarf sowie die Produktionsprozesse, rüsten die Fertigungsanlagen und stellen Prozesskontrollsysteme ein. Sie überwachen den Herstellungsprozess und nutzen dabei die Möglichkeiten von Systemlösungen, Steuerungs- und Leitstandtechnik sowie betrieblichem Qualitätsmanagement.
Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)
Worum geht es?
Packmitteltechnologen/-technologinnen entwickeln und produzieren Packmittel wie Kartonagen, Etiketten oder Taschen.
Packmittel aller Art
Aus Papier und Pappe, aber auch aus Kunststoff- und Metallfolien, entstehen unter ihrer Aufsicht Faltschachteln, Tüten oder Beutel für die unterschiedliche Produkte. Hierbei kommen auch Materialien wie Nano-Folien zum Einsatz, die anzeigen, wenn die verpackten Lebensmittel verdorben sind. Das umhüllte Produkt soll leicht zu stapeln und handzuhaben, die Hülle leicht zu entsorgen sein, und sie soll außerdem ästhetisch wirken. Ein Kunde gibt beispielsweise Getränkekartons in Auftrag. Er hat genaue Vorstellungen davon, welche Form sie erhalten sollen. Außerdem wünscht er sich ein besonders umweltverträgliches Material. Packmitteltechnologen/-technologinnen erstellen mithilfe von CAD-Anwendungen Muster verschiedener Gestaltungs- und Konstruktionsvarianten und prüfen, ob damit den Vorgaben des Kunden entsprochen wird. Sie kennen die Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten der jeweiligen Rohstoffe, die sie durch produktspezifische Prüfverfahren zusätzlich im Labor prüfen. Darüber hinaus berücksichtigen sie deren Wiederverwertbarkeit und berechnen die Kosten für das Material, das sie einsetzen wollen. Ist der Kunde mit ihren Vorschlägen zufrieden, wählen sie die optimalen Produktionsabläufe und bereiten die einzelnen Arbeitsschritte vor.
Vom Kartonbogen zur Verpackung
Zunächst zeichnen sie am Computer eine Stanzform für die serienmäßige Fertigung der Getränkeverpackung, damit sich die Schachteln aus dem Kartonbogen lösen und entlang von Ritzen, Rillen und Prägungen in die gewünschte Form falten lassen. Dann richten sie die Fertigungsanlagen ein: Sie prüfen unterschiedliche Sensoren und montieren anhand von Schalt- und Funktionsplänen beispielsweise pneumatische Steuerungen. Am Bildschirm des Leitstands bzw. vom Rechner aus geben sie die Auftragsdaten in die Steuerung ein und bestimmen das Zusammenwirken der Fertigungsaggregate, die häufig im lückenlosen Nonstop-Betrieb (Inlineproduktion) laufen sollen. Dann fahren die Packmitteltechnologen/-technologinnen die Anlagen an, erstellen in einem Testdurchlauf ein Probeprodukt und kontrollieren, ob die Einstellungen stimmen. Genügt das Probeprodukt den Anforderungen noch nicht, optimieren sie die Parameter. Nun erteilen sie die Freigabe und starten die Produktion. Sie steuern und überwachen mithilfe von Prozesskontrollsystemen alle Fertigungsschritte vom Ausstanzen der Kartons über das Falten bis zum Kleben, Kaschieren oder Versiegeln. Die Getränkekartons müssen dicht sein und erhalten deshalb eine metallene Innenbeschichtung. Auch werden die Verpackungen bei Bedarf beispielsweise geprägt, bedruckt oder lackiert sowie kodiert und etikettiert. Die für diese Arbeitsschritte benötigten Spezialmaschinen, z.B. für das Flexordruck-Verfahren, werden ebenfalls von Packmitteltechnologen/-technologinnen eingerichtet und bedient.
Während der Fertigung kontrollieren Packmitteltechnologen/-technologinnen regelmäßig die Qualität der Produkte. Sie dokumentieren die Kontrollen, protokollieren den Fertigungsablauf und werten die Protokolle aus. Stellen sie Abweichungen oder Veränderungen fest, suchen sie die Ursache. Beispielsweise justieren sie eine Maschine nach oder beheben eine Störung. Darüber hinaus reinigen sie Maschinen und Anlagen und warten sie ggf.: Sie bauen z.B. Maschinenelemente aus und überprüfen die mechanischen, hydraulischen, pneumatischen und elektrisch betriebenen Bauteile. Verschleißteile tauschen sie aus. Mitunter führen sie auch kleinere Reparaturen selbst durch.
Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen
Packmitteltechnologen/-technologinnen haben hauptsächlich folgende Aufgaben:
Packmittel entwickeln
Muster mittels CAD konstruieren, ausplotten und prüfen, z.B. auf Kundenanforderungen und Funktion
Gestaltung der Packmittel an Funktion und Wirkung orientieren
Rahmenbedingungen beachten, z.B. Kundenvorgaben und -wünsche, Anforderungen des Verpackungsgutes, ökonomische und ökologische Aspekte
alternative Konstruktionsvarianten hinsichtlich Verwendbarkeit beurteilen
Daten importieren, konvertieren und exportieren
technische Zeichnungen erstellen
Packmittel herstellen, etwa Well- und Vollpappekartonagen, Faltschachteln, (Papier-)Beutel, (Papier-)Säcke, Tragetaschen, Hülsen, Becher, Etiketten, Briefumschläge und Versandtaschen
geeignete Materialien und Werkzeuge prozess- und auftragsbezogen auswählen und beschaffen, dabei Materialfluss sicherstellen
Produktionsabläufe und -schritte planen, abwägen und festlegen, dabei z.B. wirtschaftliche, ökologische und produktbezogene Gesichtspunkte beachten
Stanzformen vorbereiten, prüfen und freigeben
Fertigungsanlagen einstellen, einrichten bzw. umrüsten und abrüsten
Auftragsdaten für die Maschinensteuerung übernehmen, Prozesskontrollsysteme einstellen
Probeläufe durchführen bzw. Probeprodukte erstellen und ggf. Parameter der Produktion optimieren
Produktionsfreigabe erteilen, dokumentieren und Produktion starten
Maschinen und Anlagen steuern und überwachen sowie instand halten und reinigen
spezielle Fertigungs- und Veredelungsverfahren steuern, etwa zum Prägen, Kleben, Kaschieren, Beschichten, Versiegeln, Verschließen, Kodieren oder Etikettieren
qualitätssichernde Maßnahmen durchführen und dokumentieren
im Labor Prüfverfahren anwenden und Ergebnisse dokumentieren
Produktionsdaten dokumentieren
Systemlösungen, Steuerungs- und Leitstandtechnik verwenden und überwachen
Daten prüfen und über EDV eingeben
Fehler und Abweichungen in der Produktion erkennen und beseitigen
in der Inlineproduktion die Abläufe im Integrationsprozess zwischen Drucken und Weiterverarbeitung kontrollieren
Schalt- und Funktionspläne lesen und skizzieren
Sensoren und mechanische, pneumatische oder hydraulische Maschinenteile prüfen und warten
pneumatische Steuerungen montieren und prüfen
Methoden des Qualitätsmanagements anwenden und Vorgaben wie Hygienevorschriften durchsetzen
Maschinen und Anlagen instandhalten
Störungen feststellen, Fehler beschreiben, Ursachen beseitigen oder Behebung veranlassen
technische Zeichnungen lesen, Skizzen anfertigen
Werkstoffe be- und verarbeiten, z.B. durch Feilen, Trennen, Bohren und Kaltfügen
Werkstücke prüfen, z.B. durch Messen und Lehren
Maschinenkomponenten, Sicherheitseinrichtungen und Grundeinstellungen überprüfen, Maschinen nach Vorgaben justieren
Reparaturen und Prüfergebnisse dokumentieren
Maschinen- oder Bauteile einpassen, montieren bzw. demontieren
| Ausbildungsdauer: | 36 Monate |
| Stand der Ausbildungsordnung: | 30.05.2011 |
Berufsschule: (Die Berufsschule richtet sich nach dem Sitz des ausbildenden Unternehmens) |
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| Unterrichtsform: | bitte bei der jeweiligen Schule erfragen |
| Ausbildungsordnung: | Die Ausbildungsordnung, den Rahmenplan und den Ausbildungsplan finden Sie
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| Lehrstellenatlas: | Unternehmen, die in diesem Beruf im IHK-Bezirk ausbildungsberechtigt sind, finden Sie
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