Aufgaben und Tätigkeiten (Kurzform)
Sie stellen aus Kunststoffbahnen und Naturgeweben z.B. Autoplanen, Markisen, Ölauffangwannen oder Gerüstverkleidungen her. Hierfür schneiden Technische Konfektionäre und Konfektionärinnen die Stoffbahnen anhand von maßstabsgerechten Zeichnungen zu. Anschließend nähen sie die Bahnen von Hand oder mit Maschinen oder verbinden sie durch Schweißen und Kleben. Dabei bringen sie auch Zubehör wie Beschläge, Riemen, Ösen oder Drahtseile an. Technische Konfektionäre und Konfektionärinnen halten zudem technische Konfektionsprodukte instand oder reparieren diese.
Aufgaben und Tätigkeiten (Beschreibung)
Worum geht es?
Technische Konfektionäre/Konfektionärinnen verarbeiten eine Vielzahl von textilen Werkstoffen durch Nähen, Schweißen oder Kleben zu technischer Konfektionsware, z.B. zu Schutz- und Wetterkleidung, Zelten, Lkw-Planen oder Marktschirmen.
Planen nach Maß
Ob winddicht oder zug- und knitterfest: Technische Konfektionäre und Konfektionärinnen kennen die Eigenschaften der Materialien, die sie verarbeiten, und haben für jede Einsatzmöglichkeit das passende Gewebe parat. Dazu gehören auch Hightech-Materialien wie z.B. Stoffe, die mit Nanopartikeln beschichtet sind und dadurch schmutzabweisende und wasserresistente Eigenschaften aufweisen. Technische Konfektionäre und Konfektionärinnen produzieren nicht nur Markisen, Lkw-Planen oder Persenninge in Serie, sondern erfüllen auch spezielle Kundenwünsche und fertigen z.B. Werbeplanen aus PVC-Folie oder Banden für Sportplätze an. Dazu benötigen Technische Konfektionäre und Konfektionärinnen gleichermaßen handwerkliches Geschick wie technisches Verständnis. Um beispielsweise eine Lkw-Plane herzustellen, studieren sie zunächst einmal den Wagentyp und skizzieren dann die Plane. Ausgehend von der Skizze erstellen sie eine technische Zeichnung, die alle Maßangaben enthält. Dabei beachten Technische Konfektionäre und Konfektionärinnen auch die Normen des technischen Standards (DIN-Normen). Anschließend errechnen sie den Materialbedarf und stellen alle notwendigen Materialien zusammen, z.B. PVC-beschichteten Stoff aus hochfestem Polyestergewebe, Garn, Seil und Zubehör wie Ösen und Verschlüsse.
Vom Plan zur Plane
Anhand der technischen Zeichnung erstellen Technische Konfektionäre und Konfektionärinnen am Bildschirm das Schnittmuster und fertigen Schablonen an. Diese legen sie in der Werkstatt auf den Stoff und schneiden die einzelnen Bestandteile der Plane mit der Hand oder mit Rund- und Stoßmessermaschinen aus. Dann stellen die die Nähmaschinen ein und führen die erforderlichen Näharbeiten durch. Dabei wenden sie verschiedene Techniken an, beispielsweise sind für Zeltplanen oder Markisen extrem belastbare, wasserdichte Nähte erforderlich. Beschichtete Gewebe verbinden sie an Schweißmaschinen oder Lasernähmaschinen, Kunststoffe verschweißen oder verkleben sie zum Teil manuell miteinander.
Zubehör
Technische Konfektionsware wird zudem oftmals mit Zubehör ausgerüstet. So versehen Technische Konfektionäre und Konfektionärinnen beispielsweise Planen mit Ösen und Seilen. Dafür verarbeiten sie zunächst die Seile, welche die Kanten der Plane stabilisieren sollen: Sie verbinden die Seilenden (spleißen) und nähen sie dann mit der Hand auf die Plane (lieken). Aber auch Ösen, Haken, Verschlüsse oder Riemen bringen sie an. Zudem kennzeichnen sie Planen und bringen Schablonen für die Werbebeschriftung an. Darüber hinaus halten Technische Konfektionäre und Konfektionärinnen die Produkte instand bzw. führen Reparaturen durch.
Aufgaben und Tätigkeiten im Einzelnen
Technische Konfektionäre und Konfektionärinnen haben hauptsächlich folgende Aufgaben:
Zuschnitt
Zuschneide- und Stanzvorrichtungen einstellen
Schnittschablonen durch maßstabsgerechtes Übertragen der Schnittteile aus der Reinzeichnung anfertigen, Schnittlagebilder erstellen
Materialbedarf berechnen
Schnittschablonen auf das Material auflegen bzw. Schnittkonturen auf die oberste Lage zeichnen
Zuschneide- und Stanzvorrichtungen, welche die Schnittteile entlang der Schnittkonturen ausschneiden/ausstanzen, bedienen und überwachen
ausgeschnittene Teile kontrollieren und kennzeichnen
Stanzpunkte, Ansatzpunkte für Näherei, Schweißen bzw. Kleben sowie für die Anbringung von Zubehör markieren
bei Sonder-/Einzelfertigung bzw. schwierigen Schnittteilen auch Zuschnitt von Hand
Flächenverbindung
Nähmaschinen einstellen, Nähmaterial auswählen
Näharbeiten in unterschiedlichen Techniken ausführen, z.B. bei Zelten und Markisen extrem belastbare, wasserdichte Nähte anbringen
Kanten beschichteter Gewebe und Kunststoffe auch schweißen bzw. kleben
Fertigstellung
Zubehör an die Werkstücke anbringen, z.B. Reißverschlüsse, Druckknöpfe, Klettverschlüsse, Ösen, Beriemungen, Drahtseile, Polsterungen
Gurte, Schlaufen, Verstärkungen annähen
Planen kennzeichnen, Schablonen für die Werbebeschriftung anbringen
Vormontage und Reparatur
technische Konfektionsware und Zubehör vormontieren, dabei die einschlägigen Vorschriften und Sicherheitsbestimmungen berücksichtigen
zu reparierende Teile beurteilen und Reparaturen ausführen
Darüber hinaus führen sie auch folgende Tätigkeiten aus:
Qualitätskontrolle
fertig gestellte Artikel auf Fehler, Beschädigungen, Abweichungen von den Normvorgaben und Qualitätsvorschriften kontrollieren
ggf. Fehler ausbessern
Werkzeuge, Maschinen und Anlagen warten und instand halten
| Ausbildungsdauer: | 36 Monate |
| Stand der Ausbildungsordnung: | 04.05.2010 |
Berufsschule: (Die Berufsschule richtet sich nach dem Sitz des ausbildenden Unternehmens) |
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| Unterrichtsform: | bitte bei der jeweiligen Schule erfragen |
| Ausbildungsordnung: | Die Ausbildungsordnung, den Rahmenplan und den Ausbildungsplan finden Sie
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| Lehrstellenatlas: | Unternehmen, die in diesem Beruf im IHK-Bezirk ausbildungsberechtigt sind, finden Sie
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