Aufgaben und
Tätigkeiten
Worum geht es?
Oberflächenbeschichter/innen stellen
mit unterschiedlichen Verfahren und Techniken metallische Überzüge
auf Metallen oder Kunststoffen her.
Planen, steuern,
prüfen
Zunächst lesen
Oberflächenbeschichter/innen die technischen Unterlagen des
Arbeitsauftrags und bereiten die zu beschichtenden Werkstücke vor,
indem sie die Beschaffenheit der Oberfläche prüfen und eventuelle
Verschmutzungen oder Ablagerungen entfernen. Je nach geforderter
Beschichtungstechnik setzen sie dann Elektrolytbäder an oder
stellen die entsprechenden Anlagen ein. Unabhängig davon, welche
Oberflächentechnik angewendet wird, nehmen Mess- und
Dokumentationsarbeiten sowie die laufende Überprüfung des
Beschichtungsvorganges eine wichtige Rolle ein.
Unter Strom
Um einen Galvanisierungsvorgang zu
starten, setzen Oberflächenbeschichter/innen Chemikalien sowie
Elektrolytbäder an und füllen die zum Teil sehr kleinen Werkstücke
in Trommeln oder bestücken die (teilweise selbst anzufertigenden)
Gestelle, auf denen die Werkstücke ruhen. Im Galvanisierbad - einer
Metallsalzlösung - befindet sich das Metall, das auf die
Werkstückoberfläche aufgebracht werden soll. Damit der Prozess in
Gang kommt, müssen sowohl die Werkstücke als auch das in Stangen
oder Platten vorliegende Auftragsmetall in einen elektrischen
Stromkreis eingebunden werden. Dazu werden die Werkstücke mit dem
Minuspol (Kathode), das Metall mit dem Pluspol (Anode) einer
Gleichspannungsquelle verbunden. Da die Flüssigkeit elektrisch
leitend ist, entsteht ein Stromkreis. Unter dem Einfluss der
elektrischen Spannung wandern die Ionen des Auftragsmetalls zum
Werkstück und lagern sich dort als sehr gleichmäßige Oberfläche ab.
Oberflächenbeschichter/innen steuern diese Prozesse, berechnen die
benötigten Metallmengen und richten die Anlage ein. Sie schätzen
ab, wie lange der Vorgang für eine bestimmte Schichtdicke dauert,
und führen während des Beschichtungsvorgangs immer wieder Prüfungen
durch.
Die Feuerprobe
Das Feuerverzinken dient meist dem
Korrosionsschutz. Auch sehr große Werkstücke oder Bauteile aus
Stahl können feuerverzinkt werden. Die Oberflächenbeschichter/innen
bereiten die Werkstücke vor, indem sie diese entfetten, beizen,
spülen und trocknen. Dann tauchen sie die Werkstücke mittels
geeigneter Vorrichtungen in das Verzinkungsbad, das eine Temperatur
zwischen 440 und 530 Grad Celsius hat. Beim Verzinkungsvorgang
bildet sich als Folge einer wechselseitigen Diffusion
(Durchdringung) des flüssigen Zinks mit der Stahloberfläche auf dem
Stahlteil ein Überzug, eine Eisen-Zink-Legierungsschicht. Beim
Herausziehen der feuerverzinkten Gegenstände bleibt auf der
obersten Legierungsschicht eine Schicht aus Zink haften. An der
Luft oder in einem Wasserbad kühlen die
Oberflächenbeschichter/innen das verzinkte Werkstück dann ab.
Ein weiteres Verfahren, das von
Oberflächenbeschichtern und -beschichterinnen angewendet wird, ist
die Dünnschichttechnik oder Vakuumbeschichtung. Hier tragen sie im
Unterdruck- oder Vakuumverfahren Plasmen auf die Oberflächen auf.
Auch hier bereiten sie die Werkstücke vor und bedienen die
entsprechenden Anlagen und Vorrichtungen.
Zum perfekten
Werkstück
Nachdem der Beschichtungsvorgang
abgeschlossen ist, werden je nach Vorgaben Schichtdicke,
Haftfestigkeit, Härte, Farbgebung oder elektrische Leitfähigkeit
geprüft und das Werkstück gegebenenfalls - z.B. durch Polieren -
nachbehandelt. In manchen Fällen müssen
Oberflächenbeschichter/innen auch metallische oder nichtmetallische
Beschichtungen (wieder) entfernen, um die Werkstücke in den
gewünschten Zustand zu versetzen.
Oberflächenbeschichter/innen sind
überwiegend in Werkhallen tätig. In größeren Betrieben arbeiten sie
häufig im Schichtdienst. Zu den Aufgaben der
Oberflächenbeschichter/innen gehört es ebenfalls, die Anlagen zu
warten und instand zu halten sowie Wannen und Behälter zu reinigen.
Da in den Bädern häufig giftige Chemikalien enthalten sind, müssen
sie vor der Ableitung in die Kanalisation die Abwasserwerte
entsprechend den gesetzlichen Vorschriften prüfen. Umweltbewusstes
Handeln ist ebenso wichtig wie das Einhalten der
Sicherheitsbestimmungen.
Oberflächenbeschichter/innen
haben folgende Aufgaben:
-
zu beschichtende Werkstücke vorbehandeln, z.B. reinigen,
entfetten und schleifen, nicht zu behandelnde Flächen mit Wachs
oder Lack abdecken
-
Metall- und Kunststoffoberflächen für dekorative oder technische
Zwecke beschichten bzw. veredeln
-
Gold- und Silberüberzüge auftragen (für die Schmuck- und
Besteckindustrie sowie für Elektrotechnik und Elektronik, z.T. auch
für Bauteile der Mikrotechnik)
-
Metalle färben
-
Aluminium auf elektrolytischem Weg eloxieren
-
Hartchromschichten zur Erhöhung der Verschleißfestigkeit von
Oberflächen herstellen
-
Chrom, Messing und andere Metalle zur Verbesserung der
Oberflächengüte zu dekorativen Zwecken aufbringen
-
Stahlteile zur Erhöhung der Korrosionsfestigkeit verzinken
-
Leiterplatten galvanisieren
-
Plasmen aufbringen (z.B. auf medizintechnische Objekte)
- Galvanoplastiken herstellen
-
oberflächentechnische Abläufe steuern und regeln
-
Chemikalien und Metalle prüfen
-
Prozessdaten festlegen, Parameter einstellen
-
Elektrolytbäder, Verzinkungsbäder ansetzen
-
Werkstücke in Trommeln einfüllen, Gestelle und andere
Vorrichtungen, die dann die Werkstücke in das Bad eintauchen,
bestücken
-
Badverweildauer festlegen und überwachen
-
Elektrolyte untersuchen, galvanische, vakuumtechnische oder
Feuerverzinkungsanlagen (Behandlungszeit, Stromdichte)
überwachen
-
Anlagen über Regelkreise, Prozessleitsteuerungssysteme oder mit
mechanischer Steuerung einstellen und nachregulieren
-
technische Arbeitsunterlagen lesen, anwenden und herstellen
-
Arbeitsergebnisse kontrollieren, bewerten und gegebenenfalls
korrigieren
-
Werkstücke nachbehandeln, z.B. Rauigkeit einebnen durch Polieren
und Glätten
-
oberflächentechnische Vorgänge dokumentieren
-
Anlagen warten und instand halten, Wannen und Behälter
reinigen
-
Abwasserwerte entsprechend den gesetzlichen Vorschriften vor der
Ableitung in die Kanalisation prüfen, Bäder und Abwässer
fachgerecht leeren, entsorgen und entgiften, Chemikalien
entsorgen
| Ausbildungsdauer: | 36 Monate |
| Stand der Ausbildungsordnung: | 26.04.2005 |
Berufsschule: (Die Berufsschule richtet sich nach dem Sitz des ausbildenden Unternehmens) |
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| Unterrichtsform: | bitte bei der jeweiligen Schule erfragen |
| Ausbildungsordnung: | Die Ausbildungsordnung, den Rahmenplan und den Ausbildungsplan finden Sie
hier
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| Lehrstellenatlas: | Unternehmen, die in diesem Beruf im IHK-Bezirk ausbildungsberechtigt sind, finden Sie
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Prüfungssachbearbeitung
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